Zum Hauptinhalt springen

Fähig zur Steigerung in der Not

Mit 5:1 (2:0, 0:0, 3:1) gewinnt der EHC Winterthur in Bülach deutlicher, als es der Spielverlauf vermuten liesse.

Entscheidend war in diesem Match, was ab Sekunde 14 im Schlussdrittel passierte. Denn in Sekunde 13 hatte Remo Sägesser Bülach auf 1:2 herangebracht. Mit einem Tor, das aufgrund des Spielverlaufs schon längst hätte fallen müssen und zu dem der Winterthurer Fabian Hurter mit einem «grandiosen» Assist erst noch die Vorarbeit leistete. «Normal» wäre in dieser Si­tua­tion, dass die im Rückstand liegende Mannschaft nochmals Kräfte freimacht und der Gegner, zumal ein wankender Favorit, einbricht. Nicht so die Winterthurer. Weder Hurter noch sonst einer liess sich von diesem Missgeschick davon abbringen, das umzusetzen, was man sich in der Drittelspause vorgenommen haben musste: wieder schneller nach vorne zu kommen und wieder mehr Druck zu machen. Vesely und Celio Und tatsächlich war es nicht Bülach, welches das nächste Tor schoss, sondern der EHCW. Joel Steinauer, der Klotener Junior, der schon öfter in dieser Saison für die Winterthurer auflief, scheiterte mit einer Direktabnahme zunächst noch. In der 45. Minute brachte er aber mit einem überlegt abgegebenen Schuss zum 3:1 die Winterthurer wieder auf eine «gute» Bahn. Drei Minuten später machte Yannic Celio mit einem Powerplaytor zum 4:1 schon fast alles klar. Der EHCW fand zu seiner Stilsicherheit zurück, überstand in der Folge eine über eine Minute dauernde doppelte Unterzahl und siegte schliesslich mit 5:1 eher zu hoch, weil in der Schlussphase auch Philip Beeler noch traf. Celio meldete sich nach überstandener Krankheit zurück, ebenso Vesely, der wegen einer Schleimbeutelverletzung am Ellbogen mehrere Partien verpasst hatte. Beide hatten wesentlichen Anteil daran, dass sich der EHCW aus einer Notlage befreien konnte. Celio mit dem Tor zum 4:1 und Vesely mit der Art und Weise, wie er sich vor Steinauers 3:1 an der Bande durchgetankt hatte. Aerni und Homberger Die angesprochene Notlage hatten sich die Winterthurer mehr oder weniger selber eingebrockt. Der Match hätte für sie nämlich nicht besser beginnen können. Schon nach 83 Sekunden fiel das Führungstor durch Philipp Aerni: Luca Homberger gewann ein Bully in der Angriffszone und Sekunden später war Florence Schelling, die im Bülacher Tor den Vorzug vor Brenno Zucchetti bekam, erstmals geschlagen. Duplizität der Ereignisse dann in der 12. Minute: Wieder gewann Homberger ein Bully, diesmal in der mittleren Zone, wieder konnte Aerni davonziehen und abermals traf er. Wer als favorisierte und läuferisch stärkere Mannschaft gegen ein Team, das kontern will, eine 2:0-Führung herausholt, der sollte eigentlich nicht mehr in Schwierigkeiten kommen. Die Winterthurer aber wirkten schon im Startdrittel manchmal etwas nonchalant bei der Auslösung. Die Präzision liess zu wünschen übrig und so kam auch Bülach zur einen oder anderen Torchance. Dennoch war die Winterthurer Führung nach 20 Minuten korrekt. Die nächsten 20 Minuten aber musste der EHCW untendurch wie noch nie in dieser Saison. Bülach störte früher und erar­bei­te­te sich so eine Chance nach der anderen. Doch mal war es EHCW-Goalie Remo Oehninger, der sein Team vor dem 1:2 bewahrte, mal versagten die Bülacher in bester Ausgangslage. «Wir haben es im Mitteldrittel verpasst, zwei oder drei Tore zu schiessen», meinte Bülachs Trainer Thierry Paterlini. «Danach scheiterten wir an der Konsequenz der Winterthurer.» Die Leistung des EHCW bestand gestern vor allem darin, sich dann entscheidend gesteigert zu haben, als es höchste Zeit dafür war. Und darin, das unglücklich verschuldete Tor zum 1:2 weggesteckt zu haben. Deshalb resultierte auch im sechsten Spiel der Erstligasaison ein Sieg. Der Vorsprung des Leaders auf den Tabellenzweiten Frauenfeld beträgt aber nur drei Punkte, denn die Frauenfelder gewannen das Thurgauer Derby gegen die Pikes, den nächsten Gegner des EHCW, mit 3:1.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch