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Fast so alt wie das «Fähnlein der sieben Aufrechten»

Stolze 150 Jahre ist der Schützenverein Pfungen alt. Auch wenn die goldenen Jahre mit fast 100 Mitgliedern vorbei sind, ist der Verein für das Dorfleben immer noch wichtig. Am nächsten Wochenende wird gefeiert.

Der Schützenverein Pfungen ist fast so alt wie Gottfried Kellers Novelle «Das Fähnlein der sieben Aufrechten», die genau in seiner Gründungszeit spielt und die Bedeutung der Schützenvereine für die junge Eidgenossenschaft zum Inhalt hat. In den Anfängen der modernen Eidgenossenschaft waren Turn- und Schützenvereine regelrechte Kernzellen des jungen Bundesstaates. Und 150 Jahre später gibt es diese Vereine immer noch, doch der vaterländische Pathos ist verblasst, das Fähnlein der sieben Aufrechten flattert nur noch selten im Wind. Als der Schützenverein Pfungen 1864 gegründet wurde, war er einer von zwei Vereinen im Dorf und hatte entsprechend Zulauf. Heute bieten 27 andere Vereine Konkurrenzangebote und Jürg Hartmann, der Präsident des Schützenvereins Pfungen, denkt wehmütig an die goldenen Zeiten, wo zwischen 90 und 100 Mitglieder ihren Beitrag entrichteten. Schon im Gründungsjahr schrieben sich 46 Männer ein. Auch anderes hat sich gewandelt in den Jahren. Brand und Wiederaufbau Das Jahr 1990 markiert einen Meilenstein in der neuen Geschichte des Vereins. Im Juni brannte damals das Schützenhaus nieder. Im folgenden Jahr griffen die Schützen häufiger zu Pickel und Schaufel statt zum Gewehr. Dutzende Kubikmeter Erde wurden von Hand weggeschafft, um unter dem neuen 300-Meter-Stand Platz für einen Stand für Druckluftwaffen einzurichten. «Unsere Hoffnung dahinter war, vermehrt Nachwuchs zu finden, doch das war schwerer als gedacht», sagt Jürg Hartmann. Hin und wieder finden sich dort auch Armbrustschützen zum Training ein. Der moderne Schiessstand und die ungezwungene Atmosphäre scheinen dafür eine Anziehungskraft für Schützen zu haben, die das obligatorische Programm absolvieren müssen. Die Schützenvereine haben hier eine Dienstleisterfunktion übernommen, indem sie für die schiesspflichtigen Soldaten das Obligatorische organisieren. Die Pfungemer bieten jedes Jahr vielen Schützen aus dem Dorf, aber auch aus der Umgebung die Gelegenheit, ihrer Schiesspflicht nachzukommen. «Wie eine Familie» Sonst ist der Schützenverein ein Verein wie andere auch. Er hat eine Kernkompetenz, welche die Mitglieder zusammenhält, in diesem Fall das Schiessen, und darüber hinaus pflegen die Mitglieder die Kameradschaft. Sie veranstalten selber zahlreiche Schiessanlässe, besuchen Schützenfeste in der ganzen Schweiz und bieten den Sportschützen eine Trainingsgelegenheit. Und sie haben sich den Frauen gegenüber geöffnet. Was zu Gottfried Kellers Zeiten undenkbar gewesen wäre – eine Frau mit einem Gewehr –, ist heute eine Selbstverständlichkeit. Im Verein sind von 31 Mitgliedern 4 Frauen. Sie zählen zu den aktiven Mitgliedern und werden von ihren Kollegen respektiert. «Wir sind wie eine Familie», bringt Cécile Hügli es auf den Punkt. Eine Familie mit Waffen allerdings und mit festen Regeln und Pflichten. Es gibt Schützenmeister, die dafür verantwortlich sind, dass der Schiessbetrieb nach bestimmten Regeln abläuft, die vom Bund vorgegeben sind und die Sicherheit garantieren sollen. «Wir hatten hier auch noch nie Probleme, dass jemandem ein Schuss ungewollt losging», sagt Präsident Jürg Hartmann und weist mit einem Schmunzeln an die Decke, wo es keine Einschusslöcher gibt. Die Jungschützenmeister sorgen für einen reibungslosen Verlauf der beliebten Jungschützenkurse, aus denen sich auch der Nachwuchs für den Verein rekrutiert. Tobias Humm Jubiläumsschiessen Der Schützenverein Pfungen führt zu seinem 150-Jahr-Jubiläum einen Wettkampf durch. Die Schiesszeiten: Freitag, 4. Juli, 16 bis 20 Uhr, Samstag, 5. Juli, 8 bis 12 und 13.30 bis 17 Uhr, Sonntag, 6. Juli, 8 bis 12 Uhr.

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