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FCW wird zum Punktelieferanten

Der FCW versinkt immer mehr im Mittelmass der Challenge League. In Wohlen, beim Tabellenletzten, verlor er sein viertes Auswärtsspiel in Folge 0:1.

Spätestens an diesem Samstagnachmittag auf der Wohler Niedermatten, notabene dem Heimplatz des Tabellenletzten der Liga, ist der FCW dort angelangt, wo er in dieser Saison keinesfalls hinwollte: im absoluten Niemandsland der Tabelle, 20 Punkte hinter dem Ersten aus Vaduz, 19 noch vor dem Letzten; nicht mal mehr in der oberen Hälfte der Rangliste. Er kassiert zwar auswärts nicht mehr Niederlagen vom monumentalen Ausmass wie im Herbst beim 0:4 in Vaduz oder beim 3:6 in Wil, dafür schiesst er keine Tore mehr. Und verliert dann 0:1 – wie noch im Dezember beim Abstiegskandidaten Chiasso, wie dann Anfang Februar in Wil und nun in den vergangenen Tagen in Lugano und Wohlen. Den Aargauern also reichte ein Tor, um beim Debüt Ciri Sforzas auf ihrer Bank im 21. Anlauf zum zweiten Mal in dieser Saison zu gewinnen. Neuheiten, aber altes Resultat Es änderte sich am Resultat also nichts, obwohl Trainer Boro Kuzmanovic einiges geändert hatte. Umgestellt war die Abwehr, mit Paulo Menezes wieder rechts und Patrik Schuler erstmals seit Langem im Zen­trum; umbesetzt war das Mittelfeld, erstmals mit Fabian Ritter als «Sechser», dazu einem Rhombus mit Kris Kuzmanovic in offensiver Rolle; und erstmals begann der FCW mit zwei Sturmspitzen, denn neben Patrick Bengondo erhielt Genc Krasniqi seine Chance von Beginn weg. Das spielerische Ergebnis liess sich eine halbe Stunde lang sehen; kämpferisch war die Leistung bis zum Schluss in Ordnung. Aber das Ganze reichte nicht, in der guten Phase auch nur ein Tor zu schiessen – und es reichte nicht, 90 Minuten ohne Gegentreffer zu überstehen. In Führung gehen können, ja müssen hätte der FCW vor allem bei einer der zwei sehr guten Kopfballchancen Bengondos und Schulers jeweils nach einem Flankenball Marco Aratores nach rund einer Viertelstunde. Es war die Zeit, in welcher der FCW mit Ausnahme des Abschlusses durchaus überzeugte. Bei Halbzeit war zu bilanzieren, die Winterthurer seien besser gewesen, auch wenn sich die Wohler allmählich in den Match gekämpft hätten. Schulers Sturz, Rapps Tor Fortan aber war das Mittelfeld des FCW nicht mehr zu Dominanz fähig. Es wurden zu viele Bälle abgegeben; Antonio Marchesano konnte seinen üblichen Eifer nicht in wirkungsvolle Aktionen umsetzen, auch Aratore und Kuzmanovic waren auf Dauer in den Zweikämpfen zu wenig durchsetzungsfähig, um nach dem Gegentor noch etwas zu erzwingen. Ritter immerhin spielte seine Rolle ordentlich bis gut. Als das Spiel mal 1:0 stand, war der FCW trotz grossen Bemühens nicht mehr fähig, sich auch nur eine nennenswerte Torchance herauszuspielen. Bengondo kam nicht mehr zum Abschluss, Krasniqi blieb trotz seines physischen Einsatzes bis zur Ersetzung durch Janko Pacar in Ansätzen stecken. Er konnte danach nicht sagen, seine Chance genutzt zu haben. Das Tor nach einer guten Stunde war die Entscheidung in einem Match, der am ehesten auf ein 0:0 hinauszulaufen schien. Schuler verlor im Mittelfeld den Ball, weil er ins Straucheln geraten war; er reklamierte danach Foul, aber es sah nicht nach Foul aus. João Paiva, der sich sonst sehr häufig zu Boden legte, nutzte diese Gelegenheit zu einem Flügellauf und einem Flankenball. Und in der Mitte war Simone Rapps Körpergrösse massgeblich für einen so wuchtigen wie erfolgreichen Kopfball. Aus Wohler Sicht war das ein sehr gediegenes Tor. Vor allem war es wichtig. «Nach einer halben Stunde, in der wir Mühe hatten, in den Rhythmus zu kommen», sagte Sforza hinterher, habe seine Mannschaft «läuferisch und kämpferisch eine Leistung geboten, auf der man aufbauen kann». Er hatte sich übrigens auf die andere Bank gesetzt als ehedem Vorgänger David Sesa … Und Sforza sagte noch: Winterthur habe halt seine Startphase nicht genutzt, ein Tor zu erzielen. So wars. Es war schliesslich eine Niederlage des FCW, die man abtun könnte damit: So was kann jedem mal passieren – also abhaken und weitermachen. Aber die Winterthurer sind mittlerweile eben Serientäter, sie sind in der Besetzung dieses Frühjahrs grundsätzlich zu wenig in der Balance, sie haben durch die zwei Abgänge auch an Klasse verloren. Sie setzen sich offensiv zu wenig durch. Sie lassen defensiv zwar wenig zu, aber der eine oder andere folgenschwere Fehler unterläuft ihnen halt doch jedes Mal. Zu viel Unruhe Es war nicht von mangelndem Einsatz oder gar Auflösungserscheinungen zu reden. Eine schlechte Mannschaft war der FCW an diesem Samstagnachmittag nicht. Aber eine selbstsichere, klarlinig spielende sieht doch anders aus, vor allem nutzt die eine Phase so sicherer Überlegenheit wie in dieser ersten halben Stunde zu einer Führung aus, die dann weiterhilft, womöglich gar entscheidend. Winnermentalität würde man das dann nennen. Aber es herrscht im Moment eben auch zu viel Unruhe, weil die Resultate nicht stimmen, weil in der (Tabellen-)Lage des FCW die Zukunftsplanung in den Vordergrund rückt (oder rücken sollte). Das äussert sich dann auch darin, dass sich Exponenten wie der Trainer und diesmal auch der Torhütertrainer genervt zeigen ob Dingen, über denen sie einfach stehen müssten. Wenn ein paar Fans den Namen Daniel Sereinigs skandieren, dessen Zukunft unklar ist, dann muss man das überhören können. Souverän wirkt zurzeit also weder die Mannschaft noch ihre Führung. (hjs)

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