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FCZ nahm Busse für sein Polit-Trikot bewusst in Kauf

Dem FC Zürich droht ein Verfahren der Liga, weil er trotz Verbots von Politwerbung auf seinen Leibchen fürs neue Stadion warb. Womöglich streift er diese aber noch einmal über.

Der Start in die neue Saison ist dem FC Zürich zwar geglückt, aber er droht nun ein unangehmes Nachspiel zu haben. Die Disziplinarkommission der Swiss Football League erwägt, ein Verfahren gegen den Klub zu eröffnen. wie sie heute bekannt gab. Sie setzt dem Klub eine Frist von fünf Tagen, um sich schriftlich zu erklären für das, was sich am Sonntag zugetragen hat. Auf dem FCZ-Trikot prangte der Slogan «JA zum neuen Stadion». Vor einer 8500-Zuschauer-Kulisse warb der Club damit aktiv für die Annahme des 221 Millionen-Objektkredits, mit dem die Stadt Zürich das neue Fussballstadion auf dem Hardturm-Areal finanzieren soll. Am 22. September stimmen die Zürcherinnen und Zürcher darüber ab. Politische Werbung an Sportveranstaltungen ist nicht erlaubt. Dem FC Sion brummte die Disziplinarkommission der Swiss Football League (SFL) im letzten Jahr eine Busse von 20'000 Franken auf. Damals hatten die Walliserauf ihren Leibchen für die Ablehnung der Zweitwohnungsinitiative geworben. Der FCZ habe seine Aktion sehr spontan geplant, sagt FCZ-Sprecher Patrick Lienhart: «Der Entscheid fiel im kleinen Kreis am Freitag vor dem Spiel. Die Idee dazu hatte Präsident Ancillo Canepa.» Klar, man habe Interessen und Risiken gegeneinander abgewogen. «Für den Club und den Schweizer Fussball ist das neue Stadion nun einmal sehr wichtig», so Lienhart. Der FCZ suche derzeit noch nach einem Trikotsponsor. Und mit komplett weissen Leibchen habe man nicht auflaufen wollen.«Das wäre schlechter Stil» Die Stadiongegner nehmen die Aktion relativ gelassen hin, fordern aber dennoch Konsequenzen: «Die Disziplinarkommission sollte das sanktionieren. Es handelt sich eindeutig um eine politische Parole zu einem Entscheid, der an der Urne gefällt wird», sagt der Zürcher Gemeinderat Gian von Planta (Grünliberale), der Co-Präsident des Komitees «Stadionfinanzierung Nein». Eine Busse wie beim FC Sion wäre angemessen, findet er. Liefen die FCZ-Spieler erneut mit dem Ja-Slogan auf, wäre das «schlechter Stil» und «Missbrauch einer exklusiven Plattform», die den Gegnern des Stadions nicht zur Verfügung stehe, so von Planta. Dass der Stadtklub sein Ja-Trikot erneut überstreift, ist nicht ausgeschlossen. «Wir warten die Entwicklungen der kommenden Tage ab», sagt Lienhart. Ein vorzeitiges Schuldeingeständnis will er nicht machen: «Die Botschaft war nicht zwingend politisch. Der Bezug zum Sport ist gegeben.» Zudem sei die Liga am Freitagnachmittag über die Aktion informiert worden.

Sicher gegen Vorlagen verstossen

Ob die SFL gegen den FCZ ein Disziplinarverfahren eröffnet, entscheidet die zuständige Kommission wohl noch heute, wie Sprecher Philippe Guggisberg auf Anfrage bestätigt. Eine Prognose will er nicht geben, denn: «Das Strafmass ist sehr breit.» Kommt es zu einem Verfahren, fällt der definitive Entscheid spätestens innerhalb von fünf Wochen. Sicher verstossen hat der FCZ mit der Trikotaufschrift aber gegen die Auflagen der Vermieterin des Stadions, der Stadt Zürich. Jegliche politische Werbung im Letzigrund ist untersagt. «Sie ist nicht erlaubt, ebenso wenig wie Werbung für Tabak oder Alkohol», sagt Kathrin Schmid, Leiterin Marketing beim Zürcher Sportamt. Vonseiten der Stadt hat der Sportklub jedoch keine Sanktionen zu erwarten.

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