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FDP sucht Ersatz für Ursula Gut

Finanzdirektorin Ursula Gut (FDP) tritt im Frühling 2015 nicht mehr zu den Regierungsratswahlen an. Ob Regine Aeppli (SP), die amts­älteste Regierungsrätin, noch eine vierte Amtsperiode an­hängen will, ist weiter offen.

Kandidiert sie nochmals oder hat sie genug? Über diese Frage rätseln Politbeobachter seit Monaten. Gestern hat die Zürcher Finanzdirektorin Ursula Gut (FDP) alles klargemacht. In bester Laune verkündete die 61-Jährige vor den Medien, dass sie für die Regierungsratswahlen 2015 nicht mehr antritt. Sie begründete dies hauptsächlich mit ihrem Jahrgang: Würde sie nächstes Jahr nochmals eine vierjährige Amtsperiode anhängen, wäre sie bei ihrem Abgang längst im Rentenalter (siehe Interview). Das wolle sie nicht. Gut stellte auch klar, dass sie keine neuen politischen Ämter anstrebt, sondern dass jetzt Schluss ist mit Politik. Gut ist seit 2006 Regierungsrätin. Sie begann als Baudirektorin und wechselte später in die Finanzdirektion. Sie ersetzte in der Regierung die unter tragischen Umständen zurückgetretene Parteikollegin Dorotheé Fierz. Nicht überraschend ist, dass ihr Parteikollege im Regierungsrat, Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger, weitermachen will. Der 57-Jährige wurde 2007 gewählt und sicherte der FDP damals das Mandat von Ruedi Jeker. Als Gesundheitsdirektor sitzt Heiniger fest im Sattel – trotz Rückschlägen. Mit dem gemeinsamen Herzzentrum zusammen mit der Stadt Zürich hat es bis jetzt nicht geklappt. «Das Projekt ist aber noch nicht begraben», versicherte Heiniger. Er trat gemeinsam mit Gut und Parteipräsident Beat Walti vor die Medien. Walti machte klar, dass die FDP nächstes Jahr wieder mit zwei Leuten ins Rennen steigen will. Die Partei starte jetzt die Suche nach geeigneten Kandidaturen (siehe Box). Ob der Ersatz für Gut eine Frau oder ein Mann sein soll, liess er offen. Die Geschlechterfrage sei zwar ein Thema, aber auch andere Faktoren spielten eine Rolle. Anfang Oktober, so der Fahrplan, sollen die Delegierten abschliessend über die Nomination entscheiden. Walti selber steht als Kandidat nicht zur Verfügung, wie er sagte. Er rutschte kürzlich in den Nationalrat nach, will aber im Kanton Zürich Parteipräsident bleiben. Aeppli entscheidet bald Mit den neuen Fakten bei der FDP hat sich die Ausgangslage der Regierungsratswahlen entscheidend geklärt. Was die Bisherigen im siebenköpfigen Gremium anbetrifft, ist nun einzig noch unklar, ob die amtsälteste Regierungsrätin, Regine Aeppli, eine vierte Amtszeit anhängen will. Die 62-Jährige ist seit 2003 Bildungsdirektorin. Wie SP-Parteipräsidentin Daniel Frei auf Anfrage sagt, sollen noch vor den Sommerferien die Würfel fallen. Bei den übrigen Bisherigen ist der Fall ziemlich klar, obwohl offizielle Bestätigungen noch ausstehen. Baudirektor Markus Kägi und Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (beide SVP) kommen wieder. Auch Martin Graf (Grüne) und Mario Fehr (SP), die erst 2011 gewählt wurden, wollen es wahrscheinlich nochmals wissen. Falls auch Aeppli abtritt, steigen die Chancen für mögliche Herausforderer. Zu ihnen gehört Kantonsrätin Silvia Steiner (CVP). Ihre Partei hat sie früh an den Start geschickt. Die Anwältin gilt als sehr ernst zu nehmende Kandidatin mit bürgerlichem Bekenntnis. Allerdings verfügt ihre Partei nur über 4,86 Wählerprozente. Die CVP verlor 2011 ihren Sitz an die Grünen. Mit 12,98 Wählerprozenten steht die FDP zwar komfortabler da, hat aber ihre zwei Sitze keineswegs auf sicher – obwohl sie bei den jüngsten Gemeindewahlen überraschend gut abschnitt. «Das ist ermutigend», meint Parteipräsident Walti. Die FDP werde aber trotzdem hart kämpfen müssen. Finanzdirektorin Gut gelang der Eintritt in die Regierung in einer Ersatzwahl. Sie obsiegte 2006 gegen Ruth Genner (Grüne). 2011 wurde sie mit dem viertbesten Resultat wiedergewählt, 2007 belegte sie den Spitzenplatz. Erschüttert wurde ihr Departement durch den BVK-Bestechungsskandal, der aber vor ihrer Zeit begann.

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