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Federers Landung in Serbien

BELGRAD. Damit hatte eigentlich niemand rechnen dürfen: Roger Federer will für die Schweiz im Davis-Cup gegen die Serben antreten.

War es die Überzeugungsarbeit von Stanislas Wawrinka und Captain Severin Lüthi, war es Wawrinkas grossartiger Turniersieg in Melbourne? So lange niemand sich dazu äussert, kann über die Gründe nur spekuliert werden. Hauptsache auf jeden Fall ist: Gestern Nachmittag entstiegen dem Privatflieger auf dem Flughafen Belgrad nicht nur der Australian-Open-Champion und Trainer Severin Lüthi – sondern auch Roger Federer.

Erst war es ein Gerücht, kurz nach 16 Uhr aber wurde es zur Gewissheit, dass die Schweizer mit Roger Federer einen prominenten Überraschungsgast im Team haben, das am Wochenende im Davis-Cup gegen Serbien antritt. Wenig später postet Wawrinka ein Foto der drei auf Facebook und schreibt: «Schaut mal, wen ich in Novi Sad gefunden habe: Roger Federer und Captain Severino!» Und wieder einige Zeit später twittert Federer und stellt ein Bild seiner speziellen Davis-Cup-Tennisschuhe ins Netz.

Noch am selben Abend besuchten Federer und Wawrinka ein erstes Mal die Sporthalle Spens – ohne sich öffentlich zu äussern. Was den 17-fachen Grand-Slam-Champion zum Umdenken bewogen hat, wird man erst später erfahren. Es kann sehr gut sein, dass ihn Wawrinkas Triumph – und auch seine eigene Leistung – zur Überzeugung gebracht haben, dass das helvetische Duo tatsächlich den Davis-Cup gewinnen kann. Offensichtlich hat er entschieden, dass 2014 das Jahr ist, um es ernsthaft zu versuchen.

Was macht Djokovic?

Vielleicht hat ihm Wawrinka auch verraten, dass er zu müde ist, um bereits am Freitag Einzel zu spielen. Mit Federer könnte sich allenfalls die Option anbieten, den Romand zunächst zu schonen und mit Federer und Marco Chiudinelli (ATP 180) oder Henri Laaksonen (ATP 231) zu beginnen.

Es ist erst das zweite Mal seit 2004, dass Federer für eine erste Runde des Teamwettbewerbs zur Verfügung steht. Beim letzten Mal, 2012 in Freiburg gegen die USA (0:5), geriet der Versuch zum sofortigen Rohrkrepierer. Diesmal stehen die Chancen allerdings deutlich besser. Dem Vorjahresfinalisten Serbien fehlt Novak Djokovic, es steht kein Spieler aus den Top 100 im Team. Wenn denn die Weltnummer 2 nicht auch noch als «Djoker» aus dem Hut gezaubert wird … Er ist jedenfalls im Land, aber offenbar im Wintersport-Resort von Kopaonik. Das liegt immerhin viereinhalb Autostunden von Novi Sad entfernt. Definitiv sicher sein können jedoch alle erst heute um 13 Uhr bei der Auslosung. (si)

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