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Fehr und Fehr respektieren sich sehr

Sicherheitsdirektor Mario Fehr und Kandidatin Jacqueline Fehr präsentierten sich gestern vor den Medien in Zürich zum Wahlauftakt als SP-Power-Duo für den Regierungsrat – und nicht als verfeindete Solisten.

Man kennt sich zwar mittlerweile bereits seit 24 Jahren. War auf verschiedensten politischen Bühnen gemeinsam aktiv. Doch die grosse Liebe zueinander ist nie entbrannt. «Ich werde Jacqueline sicher nicht heiraten», meinte gestern Regierungsrat Mario Fehr spasseshalber mit Blick auf die neben ihm sitzende Genossin und Regierungsratskandidatin Jacqueline Fehr. «Denn erstens bin ich schon verheiratet, und zweitens trägt sie ja bereits meinen Namen», sagte er, wohl wissend, dass den beiden seit geraumer Zeit ein angespanntes Verhältnis nachgesagt wird. «Sehr gutes Arbeitsverhältnis» Doch das bisher oft kolportierte Bild von zwei Sozialdemokraten, die sich wegen persönlicher Animositäten nicht ausstehen können, wurde gestern souverän weggelächelt. Und weggeredet. «Jacqueline und ich haben seit Jahren ein sehr gutes Arbeits- verhältnis», sagte Mario Fehr. Etwas differenzierter antwortete Jacqueline Fehr: «Wir sind zwei unterschiedliche Persönlichkeiten, die sich respektieren.» Wie auch immer: Die beiden scheinen auf jeden Fall gewillt und professionell genug zu sein, allfällige zwischenmenschliche Unstimmigkeiten zurückzustellen – um dafür umso mehr den Anliegen ihrer Partei (Wahlthemen: Wohnen und Steuergerechtigkeit) Raum zu geben. Und den eigenen Leistungsbilanzen. «Unser Kanton ist sicherer geworden», resümierte Sicherheitsdirektor Fehr. Einerseits weil die Kantonspolizei unter seiner Führung erstmals den seit den 90er-Jahren angestrebten Sollbestand erreicht habe und andererseits «weil wir heute die tiefste Kriminalitätsrate seit 20 Jahren registrieren». Mario Fehr verweist zudem auf die stabilen Sozialhilfequoten im Kanton Zürich. Doch er weiss auch, dass die Diskussion um die Sozialhilfe deshalb künftig kaum nachlassen dürfte. Er sei zwar dafür, dass die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (Skos) reformiert werden, «aber ich werde ebenso dafür einstehen, dass der Kanton bei der Skos bleibt». Er hofft dabei auch auf die «normative Kraft der Vernunft» im Kantonsrat. Arbeitsplätze schaffen Nationalrätin Jacqueline Fehr verwies in ihrem Wahlwerbespot vor allem auf ihre langjährige Erfahrung als Bundespolitikerin beziehungsweise als Brückenbauerin und Mehrheitsbeschafferin (Anschubfinanzierung für Krippenplätze, Mutterschaftsversicherung, Verkehrspolitik). Sie wünsche sich einen Kanton Zürich, der in Bildung, Forschung und Innovationen wieder eine Pionierrolle übernehme, sagte Fehr. Ein weiteres Anliegen ist ihr bezahlbarer Wohn- und Gewerberaum. Zudem müsse die Ener­gie­wende voran­getrieben werden. Das schaffe Arbeitsplätze für die Zukunft. Die Zürcher SP startet mit dem Slogan «Wir packen an» ins Wahljahr. Das Wahlkampfbudget beträgt 600 000 Franken. Die Partei will den Wähleranteil im Kantonsparlament von 19,3 Prozent um zwei Prozentpunkte steigern – und bis zu fünf zusätzliche Sitze erobern.

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