Zum Hauptinhalt springen

Feilschen, was das Zeug hält

Am Samstag war in Weisslingen Velobörse und Kinderflohmarkt. Faire Preise und der Spass am Feilschen lockten viele Familien an.

Die Spielsachen und die leuchtenden Kinderaugen erinnern an Weihnachten – doch die Kinder schenken sich nichts: Sie handeln und feilschen, was das Zeug hält. Die 5-jährige Tea hat den Hunde-Swimmingpool eben von 15 auf 10 Franken heruntergehandelt. Nebenan ringt der 15-jährige Jeremy dem Pizzeriainhaber für seine X-Box 50 Franken und eine grosse Familienpizza ab.

Ein buntes Durcheinander von Spielsachen, Wolldecken und Kinderstimmen hat am Samstagvormittag das Gemeindezentrum Widum in Weisslingen erobert. Drinnen verkaufen Kinder im Alter zwischen 5 und 16 Jahren CDs, DVDs, Puppen, Teddybären, Puzzles und Computerspiele. Draussen glänzen Mountainbikes, Stadtvelos und Anhänger in der Frühlingssonne. Rund 80 Kinder sind an den traditionellen «Chinderflohmi» gekommen. Weil er mit der «Rädlibörse» kombiniert ist, lockt er einmal mehr fast ebenso viele Erwachsene an.

Während die Kinder mit der Hilfe ihrer Eltern Spielzeug feilbieten, verkaufen die Mitglieder des Gemeindevereins alles, was es für eine Velotour durch die Region braucht. Nur zehn Prozent der Einnahmen aus den Veloverkäufen fliessen in die Vereinskasse, den Rest können die Familien behalten. Die Kinder müssen gar nichts abgeben vom Geld, das sie mit dem Verkauf ihrer Spielsachen verdienen.

Nicht verkauft? Nicht so schlimm

In Weisslingen funktioniert die Marktwirtschaft noch, denn fair sind die Preise alle. Selbst jene in der Cafeteria: Süssgetränke für zwei Franken. Hotdog für vier Franken. Und Sirup für die Kinder: einen Franken.

Der 9-jährige Maxim hat vergebens versucht seine Carrera-Autobahn zu verkaufen. Enttäuscht ist er deswegen nicht. Dann nehme er sie halt wieder nach Hause, sagt er. Auch Zidane konnte nicht alles verkaufen. Beim 5-Jährigen, der mit seinen Eltern aus Frauenfeld anreiste, liefen vor allem Bücher und Plastikfiguren. Sein Geisterschloss wurde er nicht los.

Als sich der Vormittag dem Ende zuneigt, haben trotzdem viele Spielsachen ihre Besitzer gewechselt. Auch 14 von 25 Velos sind verkauft. Die meisten Kinder gehen glücklich nach Hause: die einen, weil sie Taschengeld verdienten – und die anderen, weil sie es ausgeben durften.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch