Winterthur

Felix Müllers «intensives Hobby»

Schulpflegepräsident Müller ist auch Mitglied des Baurekursgerichts. Zusammengerechnet ergibt das ein beachtliches Arbeitspensum, seine eigene Aussage dazu irritiert.

Ist er überlastet? Neben seinem Amt als Schulpflegepräsident ist Felix Müller auch noch Baurekursrichter – damit kommt er auf 125 Stellenprozente.

Ist er überlastet? Neben seinem Amt als Schulpflegepräsident ist Felix Müller auch noch Baurekursrichter – damit kommt er auf 125 Stellenprozente. Bild: Urs Jaudas

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Im Mai vor drei Jahren wurde Felix Müller (Grüne) als Schulpflegepräsident Stadt-Töss wiedergewählt. Kritik an seiner Führungsart, mit der Müller nun mehr denn je konfrontiert wird, wurde schon damals laut. Gegner warfen Müller unter anderem eine Überbelastung vor. Dazu führten sie dessen Doppelmandat ins Feld. Müller ist neben seinem Schulpflegeamt auch ein vom Kantonsrat gewählter Baurekursrichter. Bei diesem kantonalen Gericht leitet der diplomierte Architekt Müller eine eigene Abteilung und ist Gerichtsvizepräsident.

Für das Richteramt ist ein Beschäftigungsgrad von 25 Stellenprozent vorgesehen. Zusammen mit dem 100-Prozent-Job als Schulpflegepräsident muss Müller also pro Woche 6,25 Tage oder 125 Stellenprozent arbeiten.

Beim Baurekursgericht zeigt man sich ob Müllers Aussagen verwundert.

Das Doppelmandat macht sich neben der Arbeitsbelastung auch finanziell bemerkbar. Müller erhält für die Gerichtsarbeit circa 45 000 Franken im Jahr. Für das Amt als Schulpflegepräsident sind es jährlich rund 160 000 Franken.

Verwunderung beim Amt

Irritierend wirkt in diesem Zusammenhang eine Aussage, die Müller vor einigen Monaten gegenüber dem WinterthurerBezirksrat gemacht hat. Der Bezirksrat klärt aktuell zum zweiten Mal Vorwürfe gegen Müller ab (siehe Kasten), beim ersten Mal ging es auch um sein Doppelmandat. Auf die Kritik hin, er könne sein Amt mit der Doppelbelastung nicht seriös wahrnehmen, führte Müller damals aus, seine Aufgaben am Baurekursgericht seien «mit einiges weniger als den publizierten Prozenten zu bewältigen». Deshalb, so Müller, sei «diese Aufgabe als intensives Hobby zu verstehen».

Gegen die Vorwürfe der Überbelastung wehrte sich Müller vor dem Bezirksrat vehement und fügte hinzu, er treibe «keine anderen zeitraubenden privaten Aktivitäten».

Gerne hätte der «Landbote» mit Müller über diese Aussage gesprochen. Doch bisher beantwortete er zum Thema keine Fragen und schrieb letzte Woche per Mail: «Ich weiss nicht, was dies mit den Fragen rund ums Schulhaus Brühlberg zu tun hat.»

Beim kantonalen Baurekursgericht zeigt man sich ob Müllers Aussage verwundert. Das Pensum von 25 Prozent könne zwar im Alltag leicht variieren und sei mehrheitlich frei einteilbar, sei aber vom Kantonsrat verbindlich vorgegeben.

(Der Landbote)

Erstellt: 19.04.2017, 08:42 Uhr

Aufsichtsbeschwerde

«Wohl der Kinder ist gefährdet»

Zum zweiten Mal innert weniger Monate haben Eltern von Brühlberg-Schülerinnen und -Schülern eine Aufsichtsbeschwerde beim Bezirksrat eingereicht. Die zahlreichen Kündigungen von Lehrern seien «schon lange nicht mehr als normal einzustufen», heisst es darin. Durch die aktuelle Kündigungswelle sei «das Wohl der Kinder nachhaltig gefährdet». Die Kinder hätten grosse Mühe, sich auf den Schulstoff zu konzentrieren.
Die Beschwerdeführer werfen Schulleitung und Schulpflege vor, Lehrer und Eltern gegeneinander aufzuwiegeln. Vom Bezirksrat fordern sie eine genauere Untersuchung. Die Schulleiterin soll abgesetzt werden, und Schulpflegepräsident Müller solle zurücktreten oder «einer Supervision unterstellt» werden.

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