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Fernwärme-Stollen durchsticht den Heiligberg

Um das Sulzerareal in der Stadtmitte mit Wärme aus der KVA zu versorgen, bohrt Stadtwerk einen Tunnel unter dem Heiligberg hindurch. Dies ist günstiger als unter der Strasse und gibt keine Staus.

Wie bringt man die Fernwärmeleitung von der südöstlichen Ecke der Altstadt (Nähe Alte Kaserne) zur Wylandbrücke und weiter ins Sulzer-Areal. Man könnte die Technikumstrasse aufreissen und die zwei dicken Rohre dort vergraben. Oder aber man bohrt einen Stollen quer unter dem Heilgberg durch. Das Sekundarschulhaus liegt ziemlich genau über dieser Linie, 50 Meter über dem zu bohrenden Stollen.Stadtwerk hat sich für die Bohrung entschieden und diese bereits begonnen. Das sei 15 Prozent günstiger, als eine Leitung unter die Technikumstrasse zu legen, teilte das Departement Technische Betriebe gestern mit. Zudem werde mit dieser Bauweise weder der Bus- noch der Individualverkehr auf dieser wichtigen Route behindert.

10 bis 12 Meter Vortrieb pro Tag

Gebohrt wird im so genannten Microtunneling-Verfahren, das sich im Detail allerdings unterscheidet von jenem, das beim Abwasserstollen Richtung Schützenwiese angewendet wurde – wo eine Bohrmaschine stecken blieb. «Unter dem Heiligberg darf nichts stecken bleiben», sagt Frank Schilt, der Fernwärme-Chef. Der Bohrkopf frisst sich «pro Tag durch zehn bis zwölf Meter Gestein», und gleich im Anschluss werden Betonrohre in den Stollen gepresst. In diesem Tunnel fliesst das heisse Wasser in einem Rohr von 25 Zentimeter Durchmesser und Isolation drum rum und in einer gleich dimensionierten Leitung wieder zurück. Die Tunnelröhre wird 2.20 Meter hoch und begehbar sein. Öffentliche Führungen seien aus Sicherheitsgründen jedoch nicht möglich, Der bereits bestehende 140 Meter lange Tunnel bei der Wylandbrücke unter den Gleisen hindurch könne später möglicherweise besichtigt werden.Auf der anderen Gleisseite im Sulzerareal besteht bereits ein Fernwärmenetz, das im Endausbau bis zu den Arealen Werk 1, 2 und 3 sowie zum Stadtwerk-Gebäude im Tössfeld reicht. Schilt rechnet mit Baukosten von 6,5 Millionen Franken, wovon etwa zwei Drittel für den Heiligbergstollen sind.

Ersatzbäume und ein Rekord

In der Mitteilung weist Stadtwerk darauf hin, dass im Pärklein vis-à-vis der Alten Kaserne sechs Gehölze (Eiben, Hainbuchen und Maulbeere) gefällt werden müssen. Die Stadtgärtner werden diese nach Abschluss der Bauarbeiten ersetzen. Die erste Wärme soll Ende 2015 ins Sulzerareal fliessen. Der 1060 Meter lange Fernwärmestollen ist laut Mitteilung «einer der längsten Versorgungsstollen, der je mit diesem Verfahren in der Schweiz gebohrt wurde».

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