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Fette Beats und magische Momente

Eine ungewöhnliche Kombination stellt das Casinotheater mit seiner neuen Produktion «Tricks & Tracks» vor. Magie und Hip-Hop, kann das auf der Bühne zusammenpassen? Ja, sogar ausgezeichnet!

Blaue Nebel wabern über drei Barhocker und verbreiten magische Stimmung, aus den Lautsprechern erklingen trendige Beats. Damit ist der Rahmen von «Tricks & Tracks», der neuen Produktion des Casinotheaters, eigentlich schon abgesteckt. Bei der Premiere am Donnerstagabend steht eine Kombination von Zaubertricks und Hip-Hop-Tracks auf dem Programm. Und um es gleich vorwegzunehmen: Der eigentümliche Mix überzeugt. Daran ändert auch nichts, dass Michel Gammenthaler in seiner Begrüssung gesteht, dass der Abend ein Experiment sei, nicht zuletzt, weil zwei Schweizer die Bühne mit zwei Deutschen teilten. «Diese lassen übrigens ausrichten, dass sie nicht hierbleiben wollen», schiebt er nach und landet gleich seinen ersten Lacher. Bilaterale Neckereien und flotte Sprüche gehören denn auch zu den Merkmalen des Abends. Doch zunächst machen Gammenthaler und seine Gäste Helge Thun und Topas Spielkartenfächer, und zwar synchron. So langweilig das klingen mag: Die mimisch begleitete Karten-Jonglage ist unterhaltend – wenn es zum Malheur kommt, aber auch etwas simpel. «Trotz aller Sprachbarrieren haben wir eine Gemeinsamkeit: Wir lieben gute Grooves», frotzelt Gammenthaler. Diese kommen an diesem Abend nicht ab Konserve, sondern «von einer Beatbox». Prompt wird eine grosse Kartonschachtel hereingerollt – und eigentlich ahnt man längst, dass sich in ihr der angekündigte Beatboxer Knackeboul verbirgt. Bloss: Es wäre ja nicht eine Zaubershow, wenn uns diese Illusion nicht schon bald genommen würde. Ein Rap aus Gegenständen Ähnlich wie beim Theatersport oder beim Poetry-Slam, die im Casino regelmässig auf dem Programm stehen, ist das Publikum stark involviert. So ist es im Vorfeld aufgefordert worden, Gegenstände mitzubringen, mit denen eine Nummer improvisiert werden soll. Der Freestyle-Rap, den der auf wundersame Weise doch noch aufgetauchte Knackeboul beim Einsammeln der Mitbringsel spontan dichtet, gehört zu den Höhepunkten des Abends. Es kommen darin so unterschiedliche Dinge wie Babyschuh, ein Schoko-Osterhase oder eine Mini-Babuschka vor. An Improvisationstalent fehlt es auch den drei anderen Bühnenprofis nicht. Grossartig ist aber auch ihre Wandlungsfähigkeit: So entpuppt sich Gammenthaler als zaubernder Rapper und Helge Thun outet sich gar als «Freund des gesungenen Cha-Cha-Cha». Faule Sprüche, properer Zauber Was den Abend insgesamt so unterhaltsam macht, ist dieser hemmungslose Mix von Magie, Musik und Klamauk: Gammenthaler ist als «Spiritist, Medium und Hellseher Dimitri Banutschek» erstklassig; selbst die schmierigsten Sprüche und die faulsten Tricks geraten dank seines Outfits zum Heuler! Und doch ist nicht alles fauler Zauber. Schlussendlich kennt er nämlich auf wundersame Weise das Wort, das sich eine Freiwillige in einem Buch ausgesucht hat. Auch Ungewohntes, wie der Hip-Hop-Crashkurs von Knackeboul, kommt beim Publikum gut an. «Geili Sieche», findet er ob dessen begeistertem Mittun. Ähnliches schafft übrigens auch Topas, nur setzt er zur rhythmischen Begleitung von Rockklassikern seine Spielkarten ein. Was es aber mit seiner Vorliebe für Howard Carpen­dale auf sich hat und wie Helge Thun sich aus einer Zwangsjacke befreit, sei hier nicht verraten. Man kann es noch bis am 25. Mai im Casinotheater selber herausfinden.

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