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Feuersbrunst in Valparaíso fordert mindestens elf Todesopfer

Bei einer Feuersbrunst in der chilenischen Hafenstadt Valparaíso sind am Wochenende mindestens elf Menschen gestorben. Hunderte Häuser wurden zerstört und Tausende Menschen in Sicherheit gebracht.

Das Feuer war am Samstagnachmittag (Ortszeit) auf einer 30 Hektar grossen Müllhalde an der 14 Kilometer langen Autobahn von Placilla nach Valparaíso ausgebrochen, wie der Notdienst Onemi mitteilte. Anhaltende Winde trieben die Flammenwand am Abend auf die bewohnten Hügel um Valparaíso. Weshalb das Feuer auf der Müllhalde ausbrach, war zunächst nicht bekannt.

Bis zum frühen Morgen brannte es in zwölf Stadtteilen, sagte Bürgermeister Jorge Castro. Nach Polizeiangaben vom Sonntagvormittag wurden elf Tote bestätigt. Bis zu tausend Häuser wurden zerstört.

Wasser- und Stromausfälle

Wegen des dichten Rauchs wurde das Frauengefängnis der Ortschaft Quillota evakuiert. In zahlreichen Teilen der 270'000 Einwohner zählenden Stadt fielen Strom und Wasser aus.

In der ganzen Stadt wurden Auffanglager für die Evakuierten eingerichtet. Hunderte Einwohner liefen auf der Flucht vor dem immer dichter werdenden Rauch in Richtung Meer. Andere beobachteten von Aussichtsplattformen aus das nächtliche Höllenspektakel, während die Flammen ein Haus nach dem anderen erfassten.

Schlimmste Brand in der Geschichte

Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet war am Sonntag nach Valparaíso gereist, um sich ein Bild von der Katastrophe zu machen. Sie sagte, um die 10'000 Menschen hätten ihre Wohnungen verlassen.

Der Kampf gegen das Inferno werde von 1250 Feuerwehrleuten sowie 17 Flugzeugen und Helikoptern geführt. "Die Bilder sind beeindruckend, es ist wahrscheinlich der schlimmste Brand in der Geschichte von Valparaíso", erklärte die Staatschefin.

Zum Katastrophengebiet erklärt

Bachelet erklärte die zum Weltkulturerbe gehörende Stadt zum Katastrophengebiet. Dies erlaubt den Einsatz der Streitkräfte zur Evakuierung der betroffenen Gebiete.

Die Marine stellte Tausende Soldaten für den Einsatz ab. Erst am Sonntag - dem zweiten Tag der Feuersnot - konnte vorläufig Entwarnung gegeben werden: Die Flammen schienen unter Kontrolle zu sein.

In Chiles Landesinnerem kommt es immer wieder zu schweren Bränden, vor allem während der Hitzewellen im Sommer. Vor gut einem Jahr waren bereits bei einem Grossfeuer in Valparaíso mehr als hundert Häuser zerstört worden. Die Hafenstadt gehört seit 2003 zum Weltkulturerbe und wird jährlich von tausenden chilenischen und ausländischen Touristen besucht.

(sda)

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