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Feuz: «Ich war so ‹blau› wie noch nie»

Die Schweizer waren am Lauberhorn zuletzt 1989 mit drei Fahrern in den Top 4 klassiert gewesen.

Damals hiessen die Prot­ago­nis­ten in Wengen Pirmin Zurbriggen (2.), Daniel Mahrer (3.) und Gustav Oehrli (4.), nun sorgten Beat Feuz, Carlo Janka und Patrick Küng hinter dem österreichischen Sieger Hannes Reichelt für ein Swiss-Ski-Glanzresultat.

Beat Feuz, ist dieser zweite Platz für Sie wie ein Sieg? Beat Feuz: Wenn man so nahe dran ist, würde man gerne auch gleich gewinnen. Doch am Ende liess es meine Verfassung nicht zu, dass ich angreifen konnte. Ich war so «blau» wie wohl noch nie in meinem Leben. Sie sprechen Ihre Leidensgeschichte mit dem Knie an. Ich bin ohne Schmerzen nach Wengen gereist. Doch nach der Besichtigung für das erste Training konnte ich beim Einfahren keinen Schwung richtig fahren. Das Knie tat weh und fühlte sich nicht stabil an. Weshalb genau, wusste ich nicht. Danach musste ich Medikamente nehmen, was für die Super-Kombination nicht ideal war. Doch am Samstag und Sonntag ging es ohne Medikamente. Das war dann wieder ein ganz anderes Skifahren. Folgt der Sieg nun in dieser Woche in Kitzbühel? Die Form ist nicht schlecht. Aber man darf nicht vergessen, dass mich die Woche in Wengen «geschlaucht» hat. Vor der Verletzung war bei mir viel aus dem Gefühl heraus schnell. Wenn ich nun so fahre, bin ich nicht gleich schnell wie damals. Ich muss nun um alles viel mehr kämpfen. Carlo Janka, Sie haben mit einem Fehler beim Brüggli-S den Sieg vergeben. Wie sehr ärgert Sie das? Carlo Janka: Das Brüggli-S ist mir oft schon sehr gut aufgegangen. Ich habe auch dieses Mal volles Risiko genommen, doch es ging nicht ganz auf. Aber so ist es halt manchmal im Rennsport. Es hat mir den Ski verschlagen und ich war sogar nahe am Ausscheiden. Sie standen in der Leaderbox, als Beat Feuz Sie um zwei Hundertstel verdrängte. Was ging Ihnen da durch den Kopf? Beat hat wieder einmal gezeigt, was für ein Rennhund er ist. Wenn es zählt, ist er da. Mit seiner Verletzungsgeschichte am Lauberhorn wieder vorne dabei zu sein, ist bemerkenswert. Wenn der Österreicher nicht wäre, wäre es aus Schweizer Sicht ein absolutes Traumresultat. Doch Hannes (Reichelt) war schneller als wir und er hat den Sieg absolut verdient. Nun folgt Kitzbühel. Was ist am Hahnenkamm möglich? Es steht in den nächsten Tagen ein happiges Programm an. Da muss man sich die Kräfte gut einteilen und möglichst viel fürs Wochenende aufsparen. Die Streif ist komplett anders als das Lauberhorn. Doch grundsätzlich ist sie auch eine technische Strecke. Hoffentlich gelingt mir endlich einmal die Einfahrt in die Zieltraverse richtig gut. Patrick Küng, Sie beschrieben Ihre Fahrt als nicht ideal. Sind Sie dennoch zufrieden? Patrick Küng: Wahrscheinlich ging fast jedem Fahrer etwas nicht auf. Als ich auf der Anzeigetafel die 4 sah, war ich happy. Umso mehr, da Sie vor der Rennwoche in Wengen lange krank waren. Meine Vorbereitung war ganz sicher nicht optimal. Resultatmässig konnte ich mich fangen, doch mit den Kräften war ich am Limit. Sie waren in diesem Winter zuvor nie besser als Achter. Kommt also dieser vierte Platz gerade noch rechtzeitig vor der bald beginnenden WM? Ich war bis Beaver Creek gut drauf. Danach bin ich nicht mehr so gut Ski gefahren. Wengen war die richtige Antwort und tut mir sehr gut. Aufgezeichnet: si/spg

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