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FINMA legt UBS-Investmentbanking wegen Fall Adoboli in enge Ketten

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) zieht bei der Grossbank UBS Konsequenzen aus dem Fall Adoboli und nimmt deren Investmentbank an die Kandare. Von der britischen Finanzmarktbehörde FSA wird die UBS zudem mit 29,7 Mio. Pfund (44,2 Mio. Franken) gebüsst.

Der von der UBS angekündigte massive Abbau der Investmentbank erscheint damit in einem neuen Licht: Die FINMA und die FSA legen die Sparte wegen festgestellten "erheblichen Kontrollmängeln" nämlich in enge Ketten. So muss bis auf weiteres jede neue Geschäftsinitiative der UBS-Investmentbank, welche "voraussichtlich die operationelle Komplexität erhöht", vorgängig von der FINMA akzeptiert werden, wie die Behörde am Montag mitteilte.

Die risikogewichteten Aktiven der Investmentbank werden begrenzt und diese Obergrenze wird bis 2015 kontinuierlich reduziert. Auch die risikogewichteten Aktiven der Londoner Niederlassung der UBS, wo der Handelsverlust entstanden ist, unterliegen fortan einer sich über die Jahre verringernden Obergrenze.

Zudem darf die UBS-Investmentbank keine neue Akquisitionen tätigen. Die FINMA setzt überdies einen unabhängigen Untersuchungsbeauftragten ein, um die Fortschritte und den Abschluss des Massnahmenpakets zu überwachen. Die FINMA prüft weiter, ob die Kapitalunterlegung der operationellen Risiken der UBS zu erhöhen ist.

Die FINMA und die FSA schliessen damit ihr so genanntes Enforcementverfahren ab, welches nach dem milliardenschweren Handelsverlust bei der UBS durch den ehemaligen Händler Kweku Adoboli gestartet worden war.

Die beiden Behörden anerkennen, dass die UBS seither eine grosse Zahl organisatorischer Massnahmen eingeleitet hat, um Risikomanagement und Kontrollfähigkeiten zu stärken.

Die UBS akzeptierte die Untersuchungsergebnisse der Aufsichtsbehörden und die damit verbundenen Strafzahlungen am Montag umgehend. "Wir sind zufrieden, dass dieses Kapitel nun abgeschlossen ist und dass die Regulatoren die Massnahmen anerkannt haben, welche UBS seit dem Vorfall getroffen hat", teilte die Bank mit.

Die Schwachstelle bei der internen Kontrolle der Finanzberichterstattung sei behoben worden. Zudem habe die UBS disziplinarische Massnahmen gegen Mitarbeitende ergriffen und wolle die Risikokontrolle im gesamten Unternehmen weiter verstärken.

So würden Mitarbeitende in Schulungen speziell sensibilisiert für die Wichtigkeit des Risikomanagements. "Wir haben die Art und Weise verändert, wie Mitarbeitende beurteilt und entlöhnt werden", hiess es weiter.

Die UBS verwies zudem darauf, dass sie die Umsetzung ihrer Strategie kürzlich beschleunigt hat. So wird die Investmentbank markant verkleinert und Teile des Handels mit Obligationen und strukturierten Produkten aufgegeben. Konzernweit sollen in den nächsten drei Jahren gegen 10'000 Stellen gestrichen werden.

(sda)

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