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Forschungsprojekt Weideverhalten

Julia Johns ist die erste Wissenschaf­terin, die in einer Doktorarbeit systematisch untersucht, ob das Tragen einer Glocke für eine Kuh eine Belastung darstellt. Kühe hören sehr gut, vermutlich sogar viel besser als der Mensch. Der Klang einer Kuhglocke nah am Ohr kann bis zu 100 Dezibel entsprechen. Diese Lautstärke – etwa beim Musikkonsum – hält ein menschliches Gehör lediglich zwei Stunden pro Woche aus, ohne dass es geschädigt wird. Wie wirkt sich eine solche Lautstärke auf Kühe aus? In ihrem Projekt untersucht Johns:

L Verhalten (Anzahl Kopfbewegungen, Aktivität, Wiederkäuen, Fressen; automatisiert erfasst)

L Herzfrequenz (automatisiert erfasst)

L Entfernung zur nächsten Nachbars­kuh (direkte Beobachtung)

L Schallpegel (misst, wie laut die Glocke in unmittelbarer Nähe des Ohres ist; automatisiert erfasst)

Johns geht davon aus, dass Kühe möglicherweise weniger Aktivität mit dem Kopf zeigen, wenn die Glocken tatsächlich belastend für sie sind. Es könnte auch sein, dass sie insgesamt weniger aktiv sind, weniger wiederkäuen und eine erhöhte Herzfrequenz aufzeigen. Die Entfernung zum nächsten Nachbarn ist wohl grösser, wenn die Kühe eine Glocke tragen. Zusätzlich zur Lautstärke vermutet Johns, dass das Gewicht einer Glocke einen Einfluss auf das Tier hat. Deshalb testet sie das Tragen einer Glocke mit inaktiviertem Klöppel. Die Versuchsglocken sind alle 5,5 Kilogramm schwer und weisen eine ähnliche Tonqualität auf. Es sind Schweizer «Durchschnittsglocken».

19 Kühe auf dem Hübscher-Hof in Bertschikon nehmen am Versuch teil. Sie werden dreimal eine Woche lang beobachtet, jeweils:

L ohne Glocke

L mit Glocke ohne Klöppel (Gewicht, kein Ton)

L mit Glocke

ETH-Doktorandin Johns wird ihre Aufzeichnungen nächstes Jahr auswerten. Die Ergebnisse sollen zeigen, wie Glocken das Weideverhalten von Kühen beeinflussen. Die Studie wird Klarheit dar­über bringen, ob Kuhglocken für die Kühe tatsächlich belastend sind. (ea)

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