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Frankreich macht gegen islamistischen Terror mobil

Nach der blutigen Zerschlagung einer islamistischen Terrorzelle in Frankreich hat Präsident François Hollande eine "totale Mobilisierung" gegen den Terrorismus angekündigt.

Gleichzeitig warnte er am Sonntag vor einer Gleichsetzung des Islams mit Terrorismus. Innenminister Manuel Valls erklärte im Fernsehen: "Es geht nicht um Ausländer, sondern um französische Konvertiten."

Bei dem Anti-Terroreinsatz in mehreren Städten hatte die französische Polizei am Samstag einen Mann erschossen und elf weitere mutmassliche Islamisten festgenommen. Der getötete 33-jährige Jeremy Sidney hatte sich nach offiziellen Angaben seiner Festnahme in Strassburg widersetzt und das Feuer auf die Polizisten eröffnet.

Er und seine Kumpane werden für einen Anschlag auf ein jüdisches Geschäft verantwortlich gemacht. Ihnen werden nun Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Verstösse gegen die Waffengesetze vorgeworfen.

Präsident Hollande sagte Vertretern der jüdischen Gemeinde im Élysée-Palast zu, den Schutz aller religiösen Einrichtungen zu verstärken. Bei der Razzia sei eine Terrorzelle zerschlagen worden, die verdächtigt werde, "bereits zugeschlagen zu haben" und weitere Anschläge "in den kommenden Wochen" zu planen.

Bei der Razzia waren der Polizei eine Liste jüdischer Organisationen in Paris, 27'000 Euro und eine Schrift von Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel in die Hände gefallen.

Der Strassburger Staatsanwalt Patrick Poirret sagte, Sidney sei anscheinend entschlossen gewesen, als Märtyrer zu sterben. Er sei seit langem als Dschihadist bekannt gewesen und habe sich kürzlich - offenbar in Vorbereitung auf seinen Tod - den Bart abrasiert. Seine vollverschleierte Partnerin sei festgenommen worden.

Bei dem Schusswechsel mit Sidney wurde ein Polizist leicht verletzt. Sein Helm und die kugelsichere Weste hätten ihn vor Schlimmerem bewahrt, sagte Poirret.

Valls erklärte, mehrere der Festgenommenen seien nach einer Karriere als Kleinkriminelle zum radikalen Islam konvertiert. Alle Verdächtigen seien gebürtige Franzosen. "Terrorismus ist heute mit dem Problem unserer Wohnprojekte vermengt", sagte er.

Sidney soll Drogendealer gewesen sein, bevor er als Islamist ins Visier des Geheimdienstes geriet. Seine Fingerabdrücke fanden sich auf den Resten einer Granate, die am 19. September in einen jüdischen Lebensmittelladen in Sarcelles bei Paris geworfen worden war.

Der Anschlag, bei dem ein Kunde leicht verletzt wurde, soll eine Reaktion auf die Veröffentlichung des in den USA gedrehten islamfeindlichen Schmähfilms "Die Unschuld der Muslime" im Internet gewesen sein.

(sda)

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