Zum Hauptinhalt springen

Freie Krippenplätze statt Wartelisten

Bis vor zwei Jahren mussten Eltern um einen Krippenplatz bangen. Heute ist es umgekehrt: Krippen in Winterthur versuchen verzweifelt, ihre Plätze zu besetzen.

Für Sibylle von Siebenthal, Geschäftsleiterin der Kita Tandem, ist klar: «In Winterthur gibt es ein Überangebot an Kita-Plätzen.» In ihrer Filiale an der Trollstrasse musste sie von vier auf zwei Gruppen reduzieren. «Die Wartelisten in Winterthur sind leer.» Seit 2013 hat Winterthur die Kontingentierung der subventionierten Plätze aufgehoben. Heute können alle, die Subventionen nötig haben, einen Platz in einer Kindertagesstätte bekommen. Das heisst: Was früher für einige Krippen ein Vorteil war, nämlich, dass sie fast exklusiv subventionierte Plätze anbieten konnten, hat sich nun erübrigt. «Winterthur ist familienfreundlicher geworden, weil es für alle, die es nötig haben, einen subventionierten Platz gibt», sagt Stadtrat Stefan Fritschi (FDP). Das ist wohl auch ein Grund, weshalb in Winterthur innert kurzer Zeit sehr viele Krippen eröffnet wurden. «Es herrschte Goldgräberstimmung unter den Kita-Betreibern.» Doch so einfach sei es nicht, mit einer Kita Geld zu verdienen. In Hegi mussten zwei Krippen schliessen. Derzeit gibt es in Winterthur 42 Kitas und über 1000 Kita-Plätze. Mühe im Markt Das ist für viele eine völlig neue Situation. «Bis vor zwei Jahren hatten wir 60 bis 80 Kinder auf der Warteliste», sagt Sara Schneebeli, Leiterin der Kitas Loki, Trotro und Tuktuk. «Heute haben wir in zwei Kitas freie Plätze.» Schneebeli kritisiert die Stadt: «Sie müsste abklären, ob das Bedürfnis da ist, bevor sie eine Bewilligung erteilt.» Kleine Kitas hätten Mühe, im Markt zu bestehen. Kathrin Toberer vom Familienservice weiss um den wirtschaftlichen Druck, der auf den Kitas lastet. «Er nimmt stark zu, denn sie kommen in eine Konkurrenzsituation.» Nun stelle sich die grosse Frage für die Stadt, ob sie sich auch um die Qualität der Kitas kümmern will. «Quantitativ ist das Ziel ja erreicht. Wenn es der Stadt ernst ist mit Frühförderung und Chancengleichheit der Kinder, gilt es, in den Kitas die pädagogische Qualität sicherzustellen.» Fritschi winkt ab. «Wir wollen nicht mehr Auflagen machen und dadurch die Kitas verteuern.» Elisabetta Antonelli

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch