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Frischs und Hemingways Babys

Das Heimatmuseum Elgg wirft einen Blick zurück in die Zeit, als das maschinelle Schreiben noch eine Frage der Mechanik war.

Schreibmaschinen – bestehend aus Rechner, Keyboard, Maus und Monitor – gibts auch noch heute. Doch da war einmal eine Zeit, als der Druck auf die Taste ganz real den Typenhebel in Bewegung setzte und dieser direkt auf dem Papier einen Farbabdruck hinterliess. Eine erste Beschreibung der Erfindung stammt aus dem Jahr 1714, der früheste maschinell geschriebene Brief ist mit 1808 datiert. Journalisten und Schriftsteller schätzten ab den 1930er-Jahren die kompakte und mit weniger Kraftaufwand bedienbare Hermes Baby der Schweizer Firma Paillard-Bolex. Ernest Hemingway und John Steinbeck besassen eine, Max Frisch verewigte das Schreibgerät in seinem Roman «Homo Faber». Ab dem 5. Mai macht nun eine Sonderausstellung im Heimatmuseum in Elgg die Geschichte der mechanischen Schreibmaschinen zum Thema. Die Ausstellung kam dank der umfangreichen Sammlung und dem Fachwissen des Elggers Walter Morf zustande. Büromaschinen von einst Vor rund 40 Jahren erhielt der damalige Winterthurer von einer älteren Dame eine alte Continental-Schreibmaschine aus dem Jahr 1911 geschenkt; später konnte Morf durch seine Tätigkeit in der Bürobranche eine weitere historische Schreibmaschine günstig erwerben. Das Interesse an der Technik früherer Zeiten wuchs – und damit auch die Sammlung selbst. Keller und Garage dienten als Aufbewahrungsort für seine Sammlung, beim Umzug nach Turbenthal mussten 120 Maschinen transportiert werden. Am neuen Wohnort kamen viele weitere Maschinen hinzu. Als Morf nach Elgg zog, musste er sogar rund 80 Maschinen verkaufen beziehungsweise verschenken. Walter Morf wird an den Ausstellungstagen anwesend sein und den Besuchern viel Interessantes über die einzelnen Trouvaillen erzählen können. Insbesondere für Vertreter der sogenannten Handygeneration, die solche Apparate vielleicht nur noch vom Hörensagen kennt, wird es viel zu sehen geben. Doch auch für die übrigen Besucher dürfte der historische Rückblick interessant sein. Nebst der Sonderausstellung gibt es im Ortsmuseum in der Humbergtrotte aber noch mehr zu sehen: Die reichhaltige Dauerausstellung umfasst Exponate zu Geschichte, Handwerk, Wohnen, Politik, Schule, Landwirtschaft und Kunst und konnte durch einige bemerkenswerte Neuzugänge erweitert werden. Zudem wird weiterhin die reichhaltige Diaschau des verstorbenen Elgger Malers Heinz Wiegleb mit lokalhistorisch bedeutsamen Bildern aus dem 20. Jahrhundert gezeigt. Seine Lichtbilder stammen aus dem Zeitraum zwischen 1945 und 1987. (ua) www.freebox.ch

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