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Frischzellenkur für den Bestseller

Nach einem millionenteuren und ­umfangreichen Facelift steht der Toyota Yaris fast wie ein neues Modell da. Unterm Strich fühlt er sich deutlich erwachsener an und zeigt sich durchweg moderner.

Hannes Gautschi, Technik-Direktor von Toyota Schweiz, bringt es auf den Punkt: «Der neue Toyota Yaris hat jetzt viel Eigenständigkeit.» Das stimmt optisch und technisch, und diese individuelle Note braucht der kompakte Japaner auch. Denn die Konkurrenz im B-Segment ist gross, das Feld dementsprechend hart umkämpft. In Europa gilt es gar als die wettbewerbsintensivste Fahrzeugklasse. Zwar ist der Yaris nicht neu, die dritte Modellgeneration wurde einem Facelift unterzogen. Doch die Massnahmen zur Verbes­serung sind umfangreich und ­umfassend: Dank zusätzlicher Schweisspunkte für eine höhere Verwindungssteifigkeit, einer neuen Klebetechnik an der Windschutzscheibe für einen stabileren Vorderwagen, einer verbesserten Geräuschdämmung und neuer oder neu abgestimmter Fahrwerkskomponenten für höhere Wankstabilität ist der erfolgreiche Kleinwagen erwachsener geworden. Diesen Eindruck erweckt der Yaris auch optisch mit seiner auffälligen Front. Statt eines braven Kühlergrills reisst der Toyota nun einen mächtigen Schlund auf, der nach Lifestyle zu schreien scheint – die markante X-Form des Lufteinlasses stimmt den Ton von Toyotas moderner Designsprache an und lässt den Kleinen deutlich dynamischer dastehen als zuvor. Dazu strahlt das Design eine gehörige Portion Selbstbewusstsein aus. Aus der Masse herauszustechen, war das Ziel, schliesslich soll der Kundenkreis ausgeweitet werden – im Visier hat man junge Fashion-People. Das Design sollte dazu passen, es dürfte Frauen und Männer gleichermassen ­ansprechen. Abgesehen von der Front blieben die Änderungen am Exterieur des Yaris aber dezent. Im Interieur haben die Japaner ebenfalls reichlich Hand angelegt, um den Yaris aufzufrischen. Gestaltung und Haptik der Softtouch-Materialien am Armaturenbrett fügen sich harmonisch zu einer hochwertiger anmutenden Qualität zusammen. Fliessende Formen in den Türverkleidungen und im Instrumententräger wirken dynamischer und modern, wenngleich zuweilen etwas gar verspielt, in Summe aber angenehm. Praktische Ablagen und Staufächer gibt es reichlich, in der Mittelkonsole, dem Armaturenbrett oder den Türverkleidungen. Die mit Leder, Alcantara und Stoff bezogenen Sitze mit weissen Nähten sorgen für die sportive Note und sind bequem. Wer mag, kann die Türverkleidungen mit verschiedenen Farbtönen gestalten. Lediglich bei den Knöpfen und Schaltern, beispielsweise für die Fensterheber, beliessen es die Japaner bei den etwas betagt wirkenden Elementen. Das gilt im besonderen Masse für die Schaltkulisse des Automatikwählhebels. Ein neues Design hierfür hätte dem aufwendigen Facelift gut gestanden. Dafür fällt der Schaltknüppel der Handschaltung drei Zentimeter kürzer aus, weil die Mittelkonsole knapp 2,5 Zentimeter höher baut. Ein grosszügigerer Einstellbereich des Lenkrades für die Höhenverstellung wäre wünschenswert, da man im Yaris relativ hoch sitzt. Besonders für grössere Fahrer liegt das Volant zu tief. Ansonsten zeigt sich der Yaris gewohnt geräumig. Das Kofferraumvolumen lässt sich von 285 auf 768 Liter vergrössern. Sämtliche Instrumente sind gut ablesbar, der 7-Zoll-Touchscreen ist intuitiv bedienbar ­sowie mit einer ansprechenden Grafik gesegnet. Über den Bildschirm können verschiedene Bordinstrumente gesteuert werden, das Multimediasystem bietet die Möglichkeit, via Smartphone online zu gehen. Unter der Haube hat Toyota quasi alles beim Bewährten gelassen. Der 1,33-Liter-Vierzylinder-benziner hat den Yaris mit seinen 99 PS gut im Griff und macht mit dem Sechs-Gang-Schaltgetriebe richtig Spass. Auch ohne Stopp-Start-System gibt Toyota für den VVT-i-Motor durchschnittlich weniger als fünf Liter Benzin für 100 Kilometer an. Auf einen Verkaufsanteil von über 40 Prozent bringt es der Vollhybridantrieb bereits, Tendenz steigend. Auch hier setzt ­Toyota das bewährte Doppelherz mit 100 PS und 169 Nm Drehmoment Systemleistung ein, denn der 1,5-Liter-Benziner und der Elektromotor haben im Vorgänger bereits gut zusammengearbeitet. Lediglich an die Geräuschkulisse des konstant hochdrehenden Motors während des Beschleunigungsvorganges, bedingt durch das stufenlose Getriebe, muss man sich gewöhnen. Im Stadtverkehr oder gediegenen Landstrassenbetrieb, wenn keine Leistungsspitzen abverlangt werden, fällt das aber kaum auf. Dann arbeitet der Hybridantrieb mit dem Planetengetriebe unauffällig und fährt sich äusserst angenehm. Im dichten Stadtverkehr mit viel Stop?&?Go kommt man wie gehabt eine Weile rein elek­trisch und emissionsfrei über die Runden. Durchschnittlich 3,3 Liter sollen laut Normzyklus für 100 Kilometer Wegstrecke verbraucht werden. Die Modifikationen an Chassis und Fahrwerk sind derweil deutlich spürbar: Lenkgefühl und Agilität, Federung und Geräuschdämmung der beiden gefahrenen und für die Schweiz designierten Volumenmodelle hinterlassen einen souveränen Eindruck. Zwar nur im Grossstadtrevier gefahren, traut man dem Yaris auch Langstreckenqualitäten locker zu. Natürlich bleiben auch der Ein-Liter-Dreizylinder mit 69 PS sowie der 90 PS starke 1,4-Liter-Diesel im Programm. Alles beim Alten bleibt in der Schweiz auch das Angebot der verschiedenen Ausstattungs­linien Terra, Luna, Trend, Style und Sol Premium. Allerdings kann der Vollhybrid neben den Modellen Luna und Sol nun auch als Trend gekauft werden. Die dreitürigen Varianten des Yaris gibt es nur in der Einsteiger­variante Terra. Die Preisliste ­beginnt bei 16?500 Franken.

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