Zum Hauptinhalt springen

Für breitere Thur müssen Eichen weichen

Die Thur braucht zwischen Andelfingen und Flaach mehr Platz. Deshalb plant der Kanton die Rodung von rund einer Hektare Wald. Kompensiert wird die Fläche nicht, die Natur soll flussabwärts selber Ersatz schaffen.

Baden, grillen, «sünnele»: Der Eggrank zwischen Andelfingen und Flaach ist vor allem im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel. Doch dieses Jahr ist nicht viel mit Ruhe und Erholung. Ab März wirds an der Thur laut und lärmig – erst wegen Motorsägen und später wegen Baumaschinen. Denn der Kanton will die Flussbiegung zum Zweck von mehr Hochwasser- und Naturschutz kräftig umbauen. Konkret wird die Thur am südlichen Flussufer neu verstärkt, unter anderem um die Kantonsstrasse vor Erosion zu schützen. Geplant sind mehrere sogenannte Buhnen. Das sind fingerartige Bauwerke aus Blocksteinen, die in den Fluss hineinragen. Sie bieten nicht nur einen besseren Uferschutz, sondern auch neue Lebensräume für seltene Fische, Kleintiere und Pflanzen. Mit den Buhnen braucht die Thur an der Stelle mehr Platz. Der Kiesstrand wird ein paar Meter nordwärts verschoben, damit der Flusslauf im Rank nicht zu schmal wird. Deshalb müsse ein Teil des Waldes weichen, sagt Stefano Pellandini, Projektleiter beim kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Ener­gie­ und Luft (Awel). Gerodet wird rund eine Hektare Wald, was etwa einem Fussballfeld entspricht. Das Gesuch für die erforderliche Bewilligung liegt ab morgen einen Monat lang in der Gemeindeverwaltung in Kleinandelfingen auf; im März soll es losgehen. Der Baustart für die Buhnen ist für Juni vorgesehen. Das Holz befindet sich erst seit Kurzem im Besitz des Kantons. Ende letzten Jahres erst hat er das Waldstück der Gemeinde Kleinandelfingen abgekauft. Insgesamt erwarb er damals eine Parzelle von 4,1 Hektaren, die rund 90 000 Franken kostete. Der Quadratmeterpreis lag bei 2.20 Franken. Dies sei der Preis, der im Thurauenprojekt für solche Waldflächen üblicherweise bezahlt werde, betont Pellandini. Ab in den Ofen Geholzt werden im Eggrank vor allem Eichen, wie Kreisforstmeister Felix Cuny sagt. Wozu das Holz verwendet wird, ist noch offen. Ein Grossteil dürfte als Brennholz verfeuert werden; je nach Qualität landen die Bäume aber auch auf dem Holzmarkt. Die gerodete Fläche muss nicht andernorts aufgeforstet werden. Denn gemäss einer Mitteilung des Awels soll die Natur bald selber für Ersatz sorgen. Und zwar auf den neuen Kiesinseln, die dank des Abbruchs von Uferverbauungen flussabwärts entstanden sind. Dort sollen sich Weiden und Schwarzpappeln ansiedeln und zu üppigen Weichholzauen heranwachsen dürfen. Der neue Uferschutz im Eggrank ist Teil des Thurauenprojekts, bei dem die zweite Etappe läuft. Als weitere Massnahme geplant ist, das Ufer bei der Elliker Brücke abzuflachen, damit Badegäste einfacher zum Wasser gelangen. Zudem soll der Hochwasserschutz in Flaach verbessert und eine dritte Ausbuchtung gegraben werden, damit die Thur mit der Zeit wieder «schlängeln» kann. Momentan wird die Schöniwiese in Ellikon am Rhein abgetragen und in ein Flachufer verwandelt. Wie gefrässig die Thur werden kann, wenn sie mal aus ihrem «Korsett» befreit wird, zeigte sich bei Neunforn TG. Dort hat sie in zehn Jahren so viel vom nördlichen Ufer abgetragen, dass die Behörden jetzt einen Eingriff prüfen. Von solchen Verhältnissen sei man in Flaach weit entfernt, sagt Pellandini. Es gebe noch grosse Reserven.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch