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Für eigenen Wein in die Reben

Der Verein Steig 1707 bewirtschaftet eine Parzelle in einem Rebberg bei Neftenbach. Für die Mitglieder ist es jedes Jahr ein spezielles Erlebnis, den Wein zu trinken, bei dessen Herstellung sie selber mitgearbeitet haben.

Die Parzelle 1707 an der Steigstrasse in Neftenbach liegt etwas erhöht. Vom Rebhaus aus hat man einen tollen Blick über das Dorf hinweg und ins untere Tösstal. Die Mitglieder des Vereins Steig 1707 sind gerade dabei, die Pinot-noir-Trauben zu lesen. Im Rebberg schneiden die Erwachsenen kon­zen­triert die reifen Trauben ab, während die Kinder zwischen den Rebzeilen Verstecken spielen. «Die Traubenlese gehört zu den wichtigsten Anlässen im Vereinsjahr. Neben der Arbeit geniessen wir das Gesellschaftliche und am Abend das Kulinarische und unseren eigenen Wein», erklärt Daniel Mägerle, Präsident des Vereins Steig 1707. Das Land, auf dem sich die Rebparzelle befindet, hatten bis vor sechs Jahren die Volg-Weinkellereien gepachtet. Als der Vertrag im Jahr 2007 auslief, beschlossen Viktor Huss, Daniel Mägerle, Cedric Gitchenko, Thomas Meyer und Alwin Peter, die Pacht zu übernehmen und die Reben zu bewirtschaften. Nach einem ersten Informationsanlass zählte der Verein bereits 40 Mitglieder. Viktor Huss amtete bis zu seinem Tod Anfang dieses Jahres als Vereinspräsident. «Nach Viktors frühem Tod mussten wir die Vereinsleitung neu besetzen. Und sie besteht nun aus Max Venosta, Tanja Hubmann, Esther Hauser, Andreas Götz und mir», erklärt Daniel Mägerle. Winzer im Dorf macht den Wein «Wir sind alle an Wein interessiert und es ist ausserordentlich spannend, zu sehen, wie die Reben wachsen, und die Trauben dann selber zu lesen», schwärmt der Vereinspräsident. Die Verarbeitung der Trauben, die Vinifikation, übernimmt der Winzer Hans­ueli Sprenger vom Weingut zum Frohhof in Neftenbach. Hans­ueli Sprenger ist sehr zufrieden mit der Arbeit der Vereinsmitglieder. «Die Trauben befinden sich jeweils in einem sehr guten Zustand.» Dies ist nicht selbstverständlich, denn Anfang Jahr werden jeweils die Daten festgelegt, wann der Rebschnitt erfolgt, die Arbeit im Rebberg erledigt wird und wann ungefähr die Trauben gelesen werden. Diese Tage sind in der Regel auf einen Samstag festgelegt. «Unsere Mitglieder sind sehr engagiert und die wenigsten haben unter der Woche Zeit, im Rebberg zu arbeiten», erklärt Daniel Mägerle. Für Hans­ueli Sprenger ist dies kein Problem: «Bis anhin hatte der Verein grosses Wetterglück, und die Trauben waren kaum von Fäulnis befallen.» Dem engagierten Winzer macht es sichtlich Spass, mit dem Verein Steig 1707 zusammenzuarbeiten. «Die Vereinsmitglieder lassen mir genügend Spielraum, sodass ich auch einmal etwas ausprobieren kann.» In diesem Jahr produziert er beispielsweise eine Cuvée von Pinot noir und Zweigelt. «Dies ist eine Hommage an Viktor Huss, den wir posthum zum Ehrenpräsidenten ernannt haben», erklärt Daniel Mägerle. Vereinsbeiträge abarbeiten Die rund 2500 Rebstöcke auf den knapp 0,8 Hektaren der Steig-1707-Parzelle werfen etwa 2500 Flaschen Wein jährlich ab. Obwohl dies keine grosse Menge ist, muss im Rebberg viel getan werden. Mit ihrer Arbeit in den Reben können die Mitglieder den Jahresbeitrag reduzieren. Der Verein nennt diese Einsätze Kautionsanlässe: «Mit jedem Engagement an einen Kautionsanlass reduziert sich der Jahresbeitrag um einen festgelegten Betrag», erklärt Daniel Mägerle. Damit die Rebarbeit professionell vonstattengeht, steht zum einen Hans­ueli Sprenger beratend zur Seite. Zum andern ist an einzelnen Tagen der Rebleiter Thomas Lüthi vor Ort. Viel zu tun gab es, als der Verein vor drei Jahren fünf Rebzeilen Pinot noir ausriss und mit der Traubensorte Zweigelt ersetzte. «Für die Mitglieder war es sehr lehrreich, zu sehen, wie Jungreben wachsen. Dieses Jahr konnten wir nun zum ersten Mal Zweigelt ernten», so der Vereinspräsident. Zahlreiche Anlässe Den Wein, der die Parzelle 1707 am Rebhang Steig in Neftenbach abwirft, trinken die Vereinsmitglieder nicht allen selbst. Das Sortiment besteht aus einem Pinot noir Barrique, einem Pinot noir, einem Blanc de Noir, einem Grappa sowie einem Schaumwein. «Im Jahresbeitrag sind drei Kisten Wein inklusive», so Daniel Mägerle. Ansonsten kaufen die Mitglieder die Weine für sich selber sowie für Freunde und Bekannte. Ausserdem beteiligt sich der Verein am Tag der offenen Weinkeller, der jeweils am 1. Mai stattfindet, und im September organisiert er eine Vollmond-Degustation. Weiter verkaufen die Hobbywinzer ihre Weine an Dorffesten, und ein kleiner Teil geht in die Gastronomie. «Den Ertrag investieren wir in neue Reben und bezahlen damit den Winzer», erzählt Daniel Mägerle, während er weiter sorgfältig die reifen Trauben abschneidet.

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