Winterthur

«Ich bin bereit für neue Rollen»

Ex-Stadtpräsident Ernst Wohlwend tritt im neuen Film von Rolf Lyssy in einer kleinen Szene auf. Ein Gespräch über die Schauspielerei, das Altern und seinen Satz: «Schöne Auswahl!».

Ernst Wohlwend als Waffenfreund: In «Die letzte Pointe», dem neuen Film von Rolf Lyssy, spielt der Ex-Stadtpräsident eine Szene mit Monica Gubser.

Ernst Wohlwend als Waffenfreund: In «Die letzte Pointe», dem neuen Film von Rolf Lyssy, spielt der Ex-Stadtpräsident eine Szene mit Monica Gubser. Bild: zvg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Sie treten im neuen Film von Rolf Lyssy «Die letzte Pointe» in einer kleinen Nebenrolle auf. Wie ist es dazu gekommen.
Rolf Lyssy ist ein langjähriger Freund unserer Familie. Er und die Produzentin Anne Catherine Lang fanden, ich würde mich eignen für diese Rolle.

Ihr Parteikollege Markus Notter hat ebenfalls einen Auftritt. Wie er der NZZ erzählt hat, hat er im Theater Rigiblick früher schon «etwas theäterlet»? Haben Sie auch eine schauspielerische Vergangenheit?
Ich habe eine lebenslange Affinität zu Theater und Film. In jungen Jahren habe ich Theater gespielt und auch Regie geführt. Später habe ich diese Liebe als Präsident des Theatervereins und als Mitbegründer der Zürcher Filmstiftung ausgelebt. Auch für einen Stadtpräsidenten ist es von Vorteil, wenn er ein gewisses schauspielerisches Talent hat.

«Für einen Stadtpräsidenten ist es gut, wenn er schauspielerisches Talent hat»Ernst Wohlwend,
Alt-Stadtpräsident (SP)

Wer von Ihnen hat die bessere Rolle ergattert, Sie oder Markus Notter?
In Film und Theater müssen alle Rollen optimal besetzt sein, damit das Gesamtkunstwerk gelingt. Darum gib es keine besseren Rollen

Im Film steht die betagte Protagonistin, die über Freitod nachdenkt, vor dem Schaufenster eines Waffengeschäfts. Sie kommen dazu und sagen «schöne Auswahl». Wie oft mussten Sie den Satz sagen, bis die Szene im Kasten war?
Für die Realisierung dieser Szene wurde ein ganzer Morgen benötigt. «Schöne Auswahl!», musste ich sicher ein halbes Dutzend mal wiederholen.

Wie haben Sie die Arbeit auf dem Set erlebt, ist das Filmbusiness so, wie Sie es sich vorgestellt hatten?
Ich hatte schon öfter Gelegenheit, als Zaungast Arbeiten auf dem Set zu verfolgen, und bin dabei immer wieder aufs Neue fasziniert.

Sie spielen, überspitzt gesagt, einen Waffenfreund, steckt darin auch Ironie?
Von meiner persönlichen Einstellung her ist es sicher Ironie. Im Film ist es einfach eine Rolle.

«Ich bin es aus meiner Zeit als Politiker gewohnt, mich im bewegten Bild zu sehen»Ernst Wohlwend,
Alt-Stadtpräsident (SP)

Haben Sie sich den Film an einer öffentlichen Vorstellung angeschaut?
Ja, ich war an der Weltpremiere im Rahmen des Zürcher Filmfestivals dabei.

Wie war es, sich selbst auf der Leinwand zu sehen?
Ich bin es aus meiner Zeit als Politiker gewohnt, mich im bewegten Bild zu sehen.

Der Film ist eine Satire über das Altern. Hat er bei Ihnen auch Gedanken darüber ausgelöst?
Ich habe eine positive Einstellung zum Älterwerden. Trotzdem bin ich seit Jahren Mitglied bei Exit. Alter und Freitod sind Fragen, die zurzeit breit diskutiert werden. Der Film greift daher ein aktuelles Thema auf.

Wie geht es jetzt weiter? Ronald Reagan und Arnold Schwarzenegger starteten nach ihrer Schauspielkarriere eine Polit-Laufbahn. Macht Ernst Wohlwend das Umgekehrte?
Ich bin bereit für neue Rollen...

(Der Landbote)

Erstellt: 22.12.2017, 12:49 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!