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Ganzheitlich zum Schulerfolg

Die Steiner-Schulen boomen. Die Standorte in Adliswil, Winterthur und Zürich werden ausgebaut. Ein Erfolgsfaktor ist die eigene Mittelschule, die ihren 10. Geburtstag feiert.

Immer mehr Eltern wollen ihre Kinder nach der Lehre des Anthroposophen Rudolf Steiner (1861–1925) ausbilden lassen. Seit 2009 sind die Schülerzahlen an den Steiner-Schulen in Adliswil, Winterthur und Zürich um 40 Prozent gestiegen. Verantwortliche der drei Schulen stellten gestern anlässlich des 10-Jahr-Jubiläums ihrer gemeinsamen Mittelschule ihre Ausbaupläne vor.

Die sogenannte Waldorfpädagogik – benannt nach der ersten von Steiner geführten Schule – will vereinfacht gesagt mehr Dimensionen des Menschen schulen als nur seinen Intellekt. Die Bildungslehre ist musisch orientiert und nimmt Rücksicht auf die Entwicklung der Kinder. Ein Lehrer entscheidet etwa selbstständig, wann seine Klasse reif ist für den Dreisatz. Die privaten Steiner-Schulen kosten pro Familie zwischen 600 und 2500 Franken monatlich, je nach Einkommen.

Viele Eltern denken bereits beim Schuleintritt an einen reibungslosen Wechsel in ein Studium. Weil dieser an den Steiner-Schulen früher nicht gewährleistet war, seien viele Oberstufenschüler in ein staatliches Gymi übergetreten, erzählt Christoph Ammann, Vorsitzender des Atelierschule-Trägervereins. Die Schulen in Adliswil und Zürich hätten in den oberen Klassen einen Schülerschwund erlitten. Deshalb gründeten sie vor 10 Jahren zusammen mit Winterthur eine Maturitätsschule: die Atelierschule.

Je nach Abschluss dauert ihr Besuch drei oder vier Jahre. Das Konzept sieht in Schwerpunktfächern selbstständiges Lernen in Form eines Atelierunterrichts, aber auch allgemeinbildende Fächer vor. Nach drei Jahren können Abschlüsse gemacht werden, die an eine Fachhochschule führen. Das vierte Jahr bereitet auf die Matur vor.

Das Modell war erfolgreich. Bereits nach der ersten Pilotklasse wurde die Matur an der Atelierschule kantonal und eidgenössisch anerkannt. Zudem ist die Maturitätsquote unter Steiner-Schülern besonders hoch: 33 Prozent schliessen später ein akademisches Studium ab. Der kantonale Durchschnitt lag 2012 bei 18,5 Prozent. «Unsere Schülerinnen und Schüler sind auch kognitiv bestens gerüstet», sagt Heinz Brodbeck, ehemaliger Schulvereinspräsident der Steiner-Schule in Adliswil.

Ausbau für 45 Millionen

Mit dem Erfolg wuchs die Schülerzahl. Heute besuchen 280 Jugendliche in 11 Klassen die Atelierschule. «Wir kommen bald an unsere Kapazitätsgrenzen», so Trägervereinspräsident Ammann. Deshalb wird der Zürcher Standort, an dem sich auch die Atelierschule befindet, ausgebaut: Bis in sechs Jahren sollen dort diverse Gebäude saniert, erweitert oder neu gebaut werden. Der Investitionsrahmen umfasst 35 Millionen Franken. Weitere 7 Millionen werden in Winterthur, um die 3 Millionen in Adliswil verbaut.

Die eine Hälfte der total 45 Millionen wollen die Schulen selbst einbringen: Ein auf fünf Jahre angelegtes Fundraisingkonzept setzt auf kleinere Sammelaktionen wie Sponsorenläufe, aber auch auf Grossspenden von Firmen, der öffentlichen Hand sowie vermögenden Privatpersonen. Die andere Hälfte wird in Form von Hypotheken und zinslosen Darlehen aufgenommen. In sechs Monaten ist schon eine Spendenmillion zusammengekommen. (sa)

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