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Gartenstadt unter Verdichtungsdruck

Wer in Winterthur neue Häuser baut, soll zukünftig auf eine grünere Gesamtwirkung achten. Dies fordert der Stadtrat neben zusätzlichen Massnahmen zum Schutz der Gartenstadt.

Wie in vielen anderen Städten wird auch in Winterthur seit Jahren eine zunehmende Verdichtung beklagt. Der Stadtrat will sich nun dafür einsetzen, dass trotz Bevölkerungszunahme die «Gartenstadtqualitäten» nicht verloren gehen. Er reagiert damit auf eine Motion von SP, EVP, Grünen und GLP, wonach die Erhaltung der Gartenstadtquartiere zu sichern sei. Der Stadtrat empfiehlt die Motion dem Gemeinderat zur Annahme und möchte sie zudem als «erheblich» erklären. «Wo gebaut wird, wird verdichtet», hält Stadträtin Pearl Pedergnana (SP), Vorsteherin des Baudepartments, fest. Ihr Ziel sei es aber, dass in Winterthur auch in Zukunft so gebaut werde, dass sich die Leute dabei noch wohlfühlen. «Dazu gehören auch grüne Freiräume.» Trotz des momentanen Spardrucks der Stadt müssten auch jene Projekte angegangen werden, die nicht gesetzlich vorgeschrieben seien.

Zukünftig höherer Standard

Als Zeichen für eine hohe Lebensqualität sei die Gartenstadt ein Erfolgsfaktor im Standortmarketing, schreibt der Stadtrat in einer Mitteilung. Mittelfristig plant er deshalb eine Aufnahme von Gartenstadtsiedlungen mit besonders vielen Grünflächen ins Schutzinventar der Stadt und zusätzliche Massnahmen im Bereich des Baumschutzes. Kurzfristig wird eine Teilrevision der Bau- und Zonenordnung angestrebt. Bei Neubauten in sogenannten Quartiererhaltungszonen soll der Standard bezüglich Gestaltung und Einordnung ins Strassenbild angehoben werden. Für Bauherren heisst dies, dass ihre Liegenschaften höheren Ansprüchen genügen müssen bezüglich der Einbettung in die Gartenstadt. Überprüft werden die Projekte von der Stadt und nur durchgewinkt, wenn die Gesamtwirkung als «gut» taxiert wird. Bisher reichte die Marke «befriedigend». Rückbauten bei bestehenden Liegenschaften sind laut Pedergnana zwar theoretisch möglich, würden aber nur in äusserst seltenen Fällen gefordert.

Kritik an Prognose

Gemeinderat Christian Griesser (Grüne) ist Mitverfasser der ursprünglichen Motion. Er ist mit der Stossrichtung des Stadtrats zufrieden, Einzelheiten seien aber noch abzuklären. So stört sich Griesser vor allem an einer Formulierung des Stadtrats. «Der geltende Zonenplan weist ein Verdichtungspotenzial für circa 15?000 weitere Einwohnerinnen und Einwohner auf», schreibt dieser. Die Planung sei deshalb für die nächsten 15 Jahre ausreichend. Dem widerspricht Griesser: «Das ist eine sehr konservative Schätzung.» Er habe von Zahlen gehört, die weit höher liegen, bei etwa 25?000 Einwohnern. Da der Stadtrat sehr zurückhaltend rechne, sei es noch wichtiger, dass die Aussenräume in Siedlungen grosszügig gestaltet seien, sagt Griesser. Je nachdem, welche Bevölkerungsprognose man stelle, könne man auch bei der sogenannten «Vorgartendrittel-Praxis» weiter gehen, als es der Stadtrat vorsieht. Diese besagt, dass maximal ein Drittel eines Vorgartens mit Autoparkplätzen und Ähnlichem belegt werden darf. Der Stadtrat will diese Regelung breiter etablieren. Die Grünen fordern nun, die Quote niedriger anzusetzen.

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