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Gartentheater importiert den Lenz

Mit der Produktion «Veronika, der Lenz ist da» startet das Sommertheater Winterthur im Juni in die neue Spielzeit. Das Gastspiel soll neue Publikumsschichten erschliessen.

Den Kern der selbstbewussten «Unique Selling Proposition» des Sommertheaters Winterthur erfasst das schöne Reizwort «Garten»: «Europas schönstes und ältestes Gartentheater» steht auf dem neuen Programmheft. Die immer noch steigende Zahl kultureller Veranstaltungen mag anderen zu schaffen machen, das Sommertheater Winterthur scheint die wachsende Konkurrenz nicht zu spüren. Bei durchschnittlich 18 500 Besuchern pro Saison hätten sich die Publikumszahlen in den letzten drei Jahren eingependelt, sagte Direktor Hans Heinrich Rüegg gestern im Gespräch mit den Medien. Dass es dennoch seit 2010 etwas weniger waren als in den Jahren davor, habe am Wetter gelegen. Wenn dieses sich querstellt, muss in den Saal des Restaurants Strauss ausgewichen werden, dann bleibt das Publikum zu Hause. Es hat eben jeder Garten seine Schattenseite.

Nun will aber auch das Sommertheater den Kreis seiner Besucher erweitern und auch Neuzuzüger ansprechen, wie Rüegg ausführte. Die Saison 2013 beginnt deshalb im Juni mit einer Produktion der Komödie am Kurfürstendamm Berlin. «Veronika, der Lenz ist da» erzählt die Geschichte der Comedian Harmonists, des legendären Gesangsquartetts aus den 1920er- und 30er-Jahren. Autor der unterhaltsamen Zeitreise ist Gottfried Greiffenhagen, Franz Wittenbrink hat dazu mehr als 25 Hits arrangiert.

Gesungen werden die Lieder von den Berlin Comedian Harmonists, die mit ihrem Stück seit der Uraufführung 1997 weltweit Erfolge feiern; das Sextett war vor drei Jahren mit der Produktion «Verrückte Zeiten» bereits im Theater Winterthur zu erleben. Das zweiwöchige hochkarätige Gastspiel wird finanziell ermöglicht durch die Beiträge zweier Sponsoren. Einer davon sei der Verein der Freunde des Sommertheaters, sagte Rüegg.

Aktuelle und lustige Stücke

Auf das Musiktheater folgt die Komödie «Eine Bank in der Sonne», ein Stück des Broadwayautors Ron Clark um zwei siebzigjährige Männer in einer Seniorenresidenz. Als eine Schauspielerin auftaucht und beide um ihre Gunst werben, wird der Umgangston des streitlustigen Männerduos spürbar rauer. Die weibliche Rolle übernimmt Vera Schweiger, die damit nach Engagements in St. Gallen und Salzburg ans Sommertheater zurückkehrt. Es folgen zwei Stücke, die nichts anderes als gute Unterhaltung bieten wollen, zum einen «Nichts für ungut» von Ron Clark und Sam Bobrick, zum anderen mit «Wenn schon – denn schon» der obligate Ray-Cooney-Schwank im Programm des Sommertheaters. Den Schlusspunkt setzt Ende August die Komödie «Sei lieb zu meiner Frau». Das Stück von René Heiersdorf glänze mit «modernen, frechen Dialogen» und schildere, was jeder so oder anders schon einmal erlebt habe, erklärte ­Rüegg. Der Autor schreibt, in seinem Stück gehe es um den Irrglauben, für das Glück des Lebenspartners verantwortlich zu sein.

Obwohl Rüegg alle Hände voll zu tun hat, bis die Saison ins Rollen kommt – so fehlen ihm etwa noch ein Schreiner und ein Beleuchter –, warf er zum Schluss einen kurzen Blick voraus auf die kommenden Jahre. 2015 will das Sommertheater seinen 150. Geburtstag mit einem Jubiläumsprogramm feiern. Deshalb, so Rüegg, könne er sich im nächsten Jahr nicht auch noch am Stadtfest beteiligen.

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