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Gaydoul wird aktiv

KLOTEN. Besitzer Philippe Gaydoul beschleunigt bei den Kloten Flyers die Prozesse: Mit André Rötheli engagiert er einen grossen Namen als Sportchef, und schon im nächsten Jahr wird er VR-Präsident.

Das ist ein spätes Zeichen, aber es kann sich für die Flyers zu einem guten entwickeln. Philippe Gaydoul, seit Sommer Mehrheitsaktionär bei den Kloten Flyers, hat quasi seinen «Beobachtungsposten» verlassen. Eine erste Massnahme: Gestern wurde die Einsetzung von André Rötheli (Bild) als Sportchef offizialisiert. Rötheli ist zwar noch beim NLB-Verein Olten unter Vertrag (auf dem Papier bis April 2013), als Assistenztrainer und als Chef Nachwuchs. Aber im Klotener Communiqué heisst es: «Klar ist allerdings, dass er sich per sofort um die Zusammenstellung des Teams für die Saison 2013/14 kümmern und alleiniger Ansprechpartner für Trainer und Spieler sein wird.» Damit ist Wolfgang Schickli, der als CEO einmal gesagt hatte, dass er die «paar Verlängerungen» schon selber erledigen könne, zumindest in diesem Bereich nicht mehr in der Aufstellung. Die «Schlüsselspieler» Walser und Denis Hollenstein haben an andern Orten unterschrieben, Sportchef Jürg Schawalder, der die Si­tua­tion und Spieler bestens kennt, ist gekündigt und bis zu seinem Amtsende (Dezember) «kaltgestellt» worden.

Rötheli, der gestern mit NLB-Leader Olten in Pruntrut gegen Ajoie auftrat, bestätigt, «dass auch die aktuellsten Dossiers» (wie zum Beispiel Eric Blum) bei ihm liegen. Der dreifache Schweizer Meister präsentiert sich heute den Klotener Spielern und Trainern.

Matters Aktienpaket an Gaydoul

Die zweite wichtige Veränderung, die gestern bekannt wurde: Thomas Matter übergab seinen Aktienanteil von rund 20 Prozent an Philippe Gaydoul, der somit gegen 100% der Aktien der Kloten Flyers kontrolliert. Matter, erst im Sommer mit seiner Bank ins Sanierungsspiel eingestiegen, erklärt seinen Rückzug so: «Mit dem Abschluss des Sanierungsprozesses endet auch meine Rolle im Rahmen der EHC Kloten Sport AG. Meinen Aktienanteil weiss ich bei Philippe in besten Händen.»

Und das führt zum nächsten Punkt: Gaydoul, der sich an der GV nicht hatte in den VR wählen lassen, wird an der kommenden Generalversammlung der EHC Kloten Sport AG das Präsidium des Vereins übernehmen. Faktisch hatte er seit seiner Übernahme ja das Sagen, dennoch setzte er mit Rolf Mosimann einen Präsidenten ein. Der bekleidete allerdings einen Posten ohne jegliche Entscheidungsbefugnis und war in den letzten Wochen auch nicht in der Schweiz. Wenn Gaydoul schon das Sagen hat, soll er das ohne Umwege umsetzen – und es ist sicher für beide Seiten nur von Vorteil, dass er sich der AG und dem Team mehr annähert, nicht nur aus dem Hintergrund steuert.

Ob Rötheli ein guter Sportchef ist, weiss noch niemand – weil er diesen Job noch nie erledigt hat. Aber der 42-Jährige, der 2007 (als Spieler des SCB) seine Karriere beendet hat, kennt das Eishockey, und in der (nationalen) Eishockeyszene kennt man ihn. Nach seinen Anfängen in Olten spielte der technisch versierte Center ein erstes Mal in Lugano (ab 1991 auch unter John Slettvoll), von 1995 bis 2001 in Zug, 2001 bis 2003 nochmals in Lugano und danach in Bern. Meister wurde er mit Zug (1998), Lugano (2003) und Bern (2004). Er ist 92-facher Nationalspieler und zweifacher Olympiateilnehmer.

Rötheli beabsichtigt, die Arbeit als Trainerassistent bis Ende Saison weiterzuführen. Im Nachwuchsbereich soll eine Lösung gefunden werden. Beim EHC Olten ist man – wen wunderts – nicht gerade glücklich mit dieser Entwicklung und verweist deutlich auf die abgeschlossenen Verträge. Rötheli informierte erste Entscheidungsträger des Vereins erst am Mittwochabend. Andere erfuhren gar erst gestern vom Abgang des Mannes, der – dies vielleicht als Tendenzmeldung in Kloten – unter drei kanadischen Trainern Meister geworden ist (Simpson, Ruhnke, Huras) … (jch)

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