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GC international ein Nonvaleur

GC spielt auch seinen vierten Pflichtmatch der Saison im Letzigrund. Die ersten drei gingen verloren, das soll sich heute gegen Sion keinesfalls wiederholen.

Michael Skibbe, der Trainer der Grasshoppers, hatte noch vor dem Hinspiel gegen Lille in der Qualifikation zur Champions League und trotz der zwei Startniederlagen in der Meisterschaft gesagt: «Ich bin von der Qualität meiner Mannschaft überzeugt.» Und: «Wir haben von der Qualität her wieder eine vergleichbare Mannschaft wie im vergangenen Jahr. Sie kann national wieder vorne mitspielen und international für eine Überraschung sorgen.»

Tags darauf, nach dem 0:2 und vor allem einer masslos enttäuschenden Leistung gegen die Franzosen, tönte es ganz anders. Denn nun sagte Skibbe: «Wir sind international an unsere Limiten gestossen. Das ist schade, aber Realität. Und wirklich überraschend ist das nicht. Denn uns fehlt es nach den Abgängen der letzten Monate doch auch an der Qualität.»

Also ist zu folgern, Skibbe habe entweder vor dem Spiel zu schön gemalt oder die Mannschaft einfach zu hoch eingeschätzt. Oder er sei nachher zu sehr mit ihr ins Gericht gegangen – was in Anbetracht des Auftritts allerdings kaum der Fall gewesen sein kann. Auf jeden Fall passen die Aussagen nicht zusammen. Was überdies relativ offensichtlich ist: International sind die Grasshoppers mittlerweile ein Nonvaleur. Einst waren sie im Europacup verlässlichstes Aushängeschild der Schweiz, mit den zwei Champions-League-Qualifikationen 1995 und 1996 als letzten Höhepunkten. Mit ein paar guten Resultaten noch bis 2003, bis zum Jahr des letzten Meistertitels.

Aber die Bilanz in den letzten zehn Jahren ist gnadenlos dürftig – mit noch sechs Siegen, aber 15 Niederlagen seither. Mit 3:13 Toren aus den letzten neun Spielen. Die Siege waren beispielsweise ein 3:0 und ein 5:0 gegen einen schwedischen Zweitdivisionär namens Atvidaberg oder ein 3:0 gegen die Finnen von Mypa Anjalankoski. Danach durfte GC zwar zweimal – 2005 und 2006 – in der Gruppenphase der Europa League spielen, verlor dort aber von acht Spielen … acht.

Nächster Anlauf gegen Sion

National fielen in diese Zeit immerhin einzelne Spitzenklassierungen wie ein dritter Platz unter Ciri Sforza oder zuletzt die zwei zweiten Plätze unter Uli Forte und Skibbe. Aber genau darum, wenigstens national ein gehobener Wert zu bleiben, geht es ab heute. Das Heimspiel gegen Sion ist binnen zwei Wochen der vierte Anlauf im «heimischen» Letzigrund auf ein positives Resultat. Missglückt auch der, werden sich Fragen wie diese drängender stellen: Hat sich GC – vielmehr: hat sich Skibbe – diesmal vergriffen bei der, zugegeben schwierigen, Aufgabe, mit seinen Transfers die gewichtigen Abgänge zu ersetzen?

Natürlich brauchen Neue Zeit, vor allem wenn sie, wie Nathan Sinkala oder Alexander Merkel, spät kamen und Rückstand haben. Aber es werden sich bald die Fragen stellen, ob Daniel Davari ein verlässlicher Nachfolger des Torhüters Roman Bürki ist. Oder ob die Hoffnungen in Mahmoud Kahraba nicht zu hoch waren. Skibbe und seine Mannschaft stehen heute gegen Sion also bereits unter erheblichem Erfolgszwang. hjs.

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