Zum Hauptinhalt springen

GC patzt, FCB profitiert

Zürich/Basel. Der FC Basel ist erstmals in dieser Saison Tabellenführer der Super League. Der Titelverteidiger mühte sich zu einem 1:0-Heimsieg gegen Thun, während sich der bisherige Leader GC mit einem 0:0 gegen Luzern begnügen musste.

Was viele zu Beginn der Rückrunde prognostiziert hatten, ist in der 24. Runde Tatsache geworden: Die Grasshoppers haben die Tabellenführung an den FC Basel verloren. Zwar haben die Zürcher gleich viele Punkte auf dem Konto wie Basel, der FCB hat aber das klar bessere Torverhältnis als GC (+23 ge­gen­über +11). Die Grasshoppers waren seit der 11. Runde (Anfang Oktober) Leader gewesen.

«Die Rangliste interessiert uns nicht. Nach wie vor nicht.» GC-Trainer Uli Forte hatte den ersten Teil der Aussage fast schon gebetsmühlenartig gemacht. Immer und immer wieder, wenn er auf die Aussichten als Leader angesprochen wurde. Nach dem torlosen Remis gegen Luzern konnte er den zweiten Teil anfügen. «Nun also steht der Favorit vorne.» Forte mag es, die Favoritenrolle abzutreten. «Die Rolle des Jägers liegt uns eh besser», sagte er mit einem Grinsen.

Das Positivste aus Zürcher Sicht fasste Forte so zusammen: «Wir haben einmal mehr zu null gespielt (zum 14. Mal im 24. Spiel. – d. Red.), sind seit acht Spielen ungeschlagen und hatten einige gute Ballpassagen.» Dazu habe der Luzerner Goalie David Zibung zwei-, dreimal gut gehalten.

«Wir hatten bei dieser Doppelchance Pech.» Forte sprach die Szene nach 14 Minuten an, als erst Amir Abrashi und dann Izet Hajrovic innert Sekunden an Zibung scheiterten. Davor (13.) hatte Steven Zuber vergeben, danach zweimal Toko (16./19.). Doch der Treffer kam nicht. Nicht in der ersten und schon gar nicht in der schwachen zweiten Halbzeit. «Auch wenn wir sehr feldüberlegen waren», wie Forte konstatierte. «Es fehlten die zündenden Ideen.»

Oder eben Spieler, die Tore erzielen. Das grosse Manko des Leaders, darin sind sich Captain Vero Salatic und Trainer Forte einig, ist das Toreschiessen. 29 Treffer in 24 Partien (im Vergleich zu Basels 43) sind keine wahnsinnig gute Referenz. Aber es hat bislang meistens gereicht, um das Manko durch ausgezeichnete Defensivarbeit zu kompensieren. Nicht immer gelingt dies, das hat GC gegen Luzern erfahren (müssen). Ein Sieg wäre für GC dann doch etwas schmeichelhaft gewesen, die Leistung war schlicht nicht gut genug.

Für Luzern war das 0:0 im Letzi­grund ein durchaus wertvoller Punkt. Weil es in den Direktduellen mit den Konkurrenten gegen den Abstieg jeweils nur Unentschieden gab, war das gestrige für die Luzerner «ein wichtiger Zähler im Kampf gegen den Abstieg» (Captain Claudio Lustenberger). Sehr zufrieden zeigte sich auch Trainer Ryszard Komornicki. Der umstrittene Pole sah ein Signal, dass sein Team lebt. «Das ist auch für mich ein gutes Zeichen.»

Die zweiwöchige Nationalmannschaftspause kommt wohl beiden Teams gelegen. Den Grasshoppers, um die Batterien aufzuladen, und Luzern, um die internen Probleme zu regeln. In dieser Woche soll der neue Sportchef vorgestellt werden. Mit dem neuen Mann sei man sich einig, die Verhandlungen mit dem aktuellen Arbeitgeber würden aber noch laufen, hiess es.

Späte Erlösung durch Streller

Der FC Basel musste sich enorm gedulden, bis der Heimsieg gegen Thun im Trockenen war. Es hatte fast 81 Minuten gedauert, bis sie den Bann brechen konnten. Marco Streller zog nach einer Flanke von Marcelo Diaz mit einem spektakulären Volley aus rund 15 Metern Torentfernung ab, sodass Goalie Guillaume Faivre das Nachsehen hatte.

Die Basler, die im Vergleich zum Duell mit Zenit St. Petersburg mit einem veränderten Mittelfeld aufwarteten, diktierten das Geschehen über weite Strecken klar. Trotzdem taten sie sich im Abschluss oft schwer. Zudem mussten sie sich dar­über ärgern, dass ihnen Schiedsrichter Nikolaj Hänni in der ersten Hälfte trotz zwei strittigen Szenen in Thuns Strafraum keinen Penalty zugesprochen hatte. Und als dann die favorisierten Gastgeber nach 54 Minuten endlich zu einem Elfmeter antreten konnten, schlug Alex Frei diese Offerte aus. Sein Schuss flog auf der sogenannten Goalie-Höhe aufs Gehäuse und Faivre hatte richtig antizipiert.

Thun besass ein paar Möglichkeiten. Auswärts warten die Berner Oberländer in der Meisterschaft seit dem 30. September auf einen Torerfolg! Yann Sommer, der am nächsten Samstag beim EM-Qualifikationsspiel auf Zypern die Schweizer Nummer 1 sein dürfte, wurde selten ernsthaft geprüft. So fand eine andere Serie ihre Fortsetzung: Der FCB ist im eigenen Stadion in einem Ernstkampf immer noch ohne Gegentreffer, seit Murat Yakin Mitte Oktober den Trainerposten übernommen hat (22:0 Tore!). (si/red)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch