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GC spielt um seine Titelchance

zürich. GC – FCB morgen Sonntag ist vor allem für die Zürcher ein Schlüsselspiel. Nach einer Niederlage wären sie kaum mehr ein ernsthafter Anwärter auf den Meistertitel.

Die Grasshoppers sind längst kein Europacup-Teilnehmer mehr, der FCB aber kehrte erst gestern Freitag von seinem Auswärtsspiel gegen Maccabi Tel Aviv heim. Es gibt also Aspekte wie die uneingeschränkte Vorbereitung auf dieses Spiel zwischen dem Dritten und dem Ersten der Super League, die für den Herausforderer aus Zürich sprechen. Der aber ist auch wesentlich mehr unter Druck als der Meister aus Basel. Denn die Grasshoppers gehen mit einem Handicap von sechs Punkten in diesen Match. Verlieren sie, beträgt es am Sonntagabend neun Punkte, was einer Mannschaft wie dem FCB zumindest im Regelfall reichen müsste, vorne zu bleiben. Gewinnen aber die Zürcher, liegen sie nur noch drei Punkte zurück, also die Marge eines Sieges. Und dann wären sie weiterhin ein sehr ernsthafter Rivale des FCB. Wie die Basler nach ihrem Ausscheiden aus der Champions League als Gruppendritter im Dezember die Dinge sehen, liess sich an ihrer Aufstellung in Tel Aviv erkennen: Priorität hat vor der Europa League die Meisterschaft. Anders ist nicht zu interpretieren, dass Trainer Murat Yakin seinen besten Stürmer, Marco Streller, schonungshalber daheim liess und dass er mit Marcelo Diaz, Fabian Frei und Valentin Stocker gleich drei offensiv fähige Teamstützen erst sehr spät aufs Feld schickte. Alle vier sind morgen im Letzigrund in der Startelf zu erwarten, wie auch Neuerwerbung Davide Callà, der in Tel Aviv mangels internationaler Spielberechtigung zuschaute. Nicht die Tel-Aviv-Version Die Grasshoppers müssen also mit einer Meistermannschaft rechnen, die nach vorne zu wesentlich mehr fähig ist als die FCB-Version für Tel Aviv, die eigentlich nur einen Auftrag hatte: Das 0:0 zu halten. Das glückte mit einer kämpferisch guten, spielerisch aber sehr mässigen Vorstellung. Was Yakin unternimmt, um am kommenden Donnerstag daraus einen Heimsieg fürs Weiterkommen zu machen, muss er noch zeigen. Aber müsste er zwischen Meistertitel und einem aufsehenerregenden Frühjahr in der Europa League wählen, entschiede er sich gewiss wie die Vereinsleitung für den Titel – und damit für gegen 20 Champions-League-Millionen. Womit die Grasshoppers auch nicht rechnen dürfen: dass sie auf einen FCB mit Matias Delgado treffen. Der Argentinier war auch in Tel Aviv schwach. Er ist weiterhin nicht annähernd in der Verfassung, die dem Verein helfen würde – und die sich der auch vorgestellt hatte, als er den ehemaligen Publikumsliebling im vergangenen Juli gleich mit einem Vierjahresvertrag zurückholte. Seither ist nur ein vorteilhafter Einsatz Delgados in Erinnerung: als er im Auswärtsspiel gegen den FC Chelsea eingewechselt wurde und an beiden Toren vom 0:1 zum 2:1 beteiligt war. «Stand heute, spielt Bürki» Im GC/Campus war in den Tagen seit dem 5:1 in St. Gallen der Torhüter das prominenteste Thema: Ist Roman Bürki, vom St. Galler Kristian Nushi hart am Kopf getroffen, gegen den FCB schon wieder spielfähig oder nicht? Fakt ist, dass sich der Berner sehr rasch von seiner Hirnerschütterung erholte und nach einem freien Dienstag das Training wieder aufnahm. Also ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass er morgen spielt. Oder in den von Trainer Michael Skibbe gestern formulierten Worten: «Stand heute, spielt Bürki am Sonntag.» Offen ist noch, ob er das mit Kopfschutz tut und allenfalls mit welchem. Den Grasshoppers fehlt mit Amir Abrashi genauso ein Mittelfeld-Haudegen wie dem FCB mit Taulant Xhaka. Beide sind nach ihrer achten Verwarnung gesperrt. Interessanter ist allerdings die Frage, ob Skibbe seinen neuen israelischen Stürmer Munas Dabbur (22) erstmals von Beginn weg aufstellt. Das Teilzeitdebüt des jungen Israelis war in St. Gallen mit zwei Toren allerdings dermassen vielversprechend, dass Dabbur in der Startelf zu erwarten ist. Klar ist: Für die Basler ist dieser Match vor allem die Chance, einen Gegner, der ihnen allenfalls gefährlich werden könnte, massiv zurückzubinden. Leader und klarer Favorit blieben sie selbst nach einer Niederlage. Die Sicht der Zürcher aber bringt ihr Captain Vero Salatic so auf den Punkt: «Für uns ist das ein kleiner Final.» Ein Spiel um die reelle Meisterschafts­chance eben. (hjs)

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