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GC vor dem definitiven Out

Nach einer erneut mageren Heimleistung und einer 1:2-Niederlage gegen den FC Brügge drohen die Grasshoppers nach der Königsklasse auch die Europa League zu verpassen.

Ganz so aussichtslos wie nach dem 0:2 gegen den OSC Lille vor ein paar Wochen in der Qualifikation zur Champions League mag dieses 1:2 gegen den belgischen Meisterschaftsdritten aus Brügge nicht erscheinen. Aber die Leistung der Grasshoppers, ihre grundsätzliche Verfassung lässt eigentlich keinen Optimismus zu, dass ihnen in einer Woche der Coup eines Sieges mit zwei Toren Unterschied gelingen wird. Und damit die erste Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League seit 2006. Die Zürcher mögen nach ihrer bis dahin klar besten Saisonleistung am vergangenen Samstag in Aarau mit frischer Zuversicht ins Spiel gegen die Belgier gegangen sein. Was sie dann aber boten, war nichts als ein nächster Rückschlag. Es entsprach schon nicht dem Spielverlauf, dass sie nach ein paar Minuten in Führung gingen. Und sie mussten am Ende froh sein, nur mit einem Tor Differenz verloren zu haben. Noch in der Nachspielzeit liefen zwei Belgier gegen einen letzten Zürcher Verteidiger, der eine stand schliesslich alleine vor Vaso Vasic – der aber wehrte den Ball ab. Preud’hommes «Genuss» Es überraschte nicht, dass Brügges Trainer Michel Preud’homme am Ende des Spiels mit der Leistung seiner Mannschaft grundsätzlich zufrieden war. Er sagte gar, er habe «das Spiel genossen» und seine Mannschaft habe gezeigt, gut auf die Grasshoppers eingestellt gewesen zu sein. Es überraschte aber auch nicht, dass Preud’homme in seine Ausführungen immer wieder eine Feststellung einflocht: «Wir hätten noch mehr Tore schiessen können.» Oder: «Wir haben heute erwachsen gespielt – aber eben, ich hätte lieber noch ein paar Tore gesehen.» Die Belgier waren auf jeden Fall die bessere Mannschaft. Sie hätten nach einer Viertelstunde schon mindestens vier und nicht nur die zwei Tore auf dem Konto haben können, die sie nach einer Viertelstunde vom 0:1 zum 2:1 schossen. Bereits nach 48 Sekunden beispielsweise stand ihre spanische Sturmspitze Victor Vasquez nach einem gravierenden Fehler Stéphane Grichtings und einem Dribbling an Vasic vorbei mausbeinallein vor dem leeren Tor – und schoss den Ball an den Pfosten. Immerhin, Vasquez zwang wenig später Gegenspieler Sanel Jahic zum Eigentor zum 1:2 ... Beide Treffer wurden über die linke GC-Flanke vorbereitet, wo anstelle des gesperrten Daniel Pavlovic und des verletzten Moritz Bauer der ziemlich überforderte Ulisses Garcia erstmals auf diesem Niveau verteidigte. Für den 18-Jährigen war das ein hartes Lehrstück. Grichtings Schwächen Das wars aber auch für andere, und selbst der Älteste im Team, Stéphane Grichting, war ein Schwachpunkt, vor allem in der Anfangsphase. Auch Captain Vero Salatic unterliefen viel zu viele Unpräzisionen. Das galt grundsätzlich ein weiteres Mal für die ganze Mannschaft: Es sind einfach zu viele Fehlpässe oder andere grössere und kleinere technische Fehler im Spiel, als dass die Angriffe ausreichend weit gedeihen könnten. Das sprach hinterher auch Trainer Michael Skibbe an, als er sagte: «Uns fehlte es vor allem beim letzten Pass an der Qualität. Deshalb spielten wir uns auch wenige Chancen heraus.» Das waren die Mängel in der Offensive, in der Defensive war eben Garcia überfordert, waren die beiden Innenverteidiger zu langsam, war höchstens Michael Lang diesem Gegner gewachsen. Oder in den Worten Skibbes: «Wir brachten in der Defensive nicht die nötige Kompaktheit zustande.» Er war zwar zufrieden mit dem Einsatz seines Teams. In der zweiten Halbzeit bemühte es sich auch eifrig, allerdings mit magerer Effizienz. Aber genau genommen war diese Mannschaft weder offensiv noch defensiv so gut, so klarlinig, dass sie in diesem Match ein besseres Los als eine knappe Niederlage verdient hätte. Diese Grasshoppers, das muss man nach drei Europacupspielen klar feststellen, sind nicht fähig, ihre schwache internationale Bilanz der letzten zehn Jahre aufzubessern. Deshalb werden sie auch in einem Jahr aus der ungünstigen Position eines Ungesetzten angreifen müssen – wenn sie es denn überhaupt in der Super League auf einen Europacupplatz schaffen. Im St. Galler Exil war jedenfalls nichts als logisch, dass die Zürcher auch ein Spiel noch verloren, das mit dem Führungstor nach ersten Chancen für die Belgier gar für sie gelaufen war. Lang, auch das war kein Zufall, kam nach gutem Zuspiel Munas Dabburs in beste Abschlussposition, und ihm half dann auch noch der belgische Rechtsverteidiger Thomas Meunier. Ohne dessen Ablenker wäre Langs Ball wahrscheinlich nicht im Tor gelandet. «Natürlich werden wir jetzt die Flinte nicht ins Korn werfen,» sagte Skibbe schliesslich mit einem ersten Blick aufs Rückspiel noch. Aber man kann sich schwerlich – oder eigentlich gar nicht – vorstellen, dass dieses GC in Flandern zur Korrektur fähig ist.

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