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Gefährliche «Delikatessen» aus Afrika

Das Ebola-Virus steckt auch im Fleisch von afrikanischen Wildtieren. Experten gehen davon aus, dass jährlich 40 Tonnen des sogenannten Bushmeats in die Schweiz kommen. Zwar sei die Möglichkeit einer Ebola-Infektion auf diesem Weg gering. Dennoch haben die Behörden die Zollkontrollen verschärft.

Dass Reisende mit kulinarischen Souvenirs im Gepäck heimkehren, kommt häufig vor. Die Mitbringsel mancher Afrika-Reisenden sind allerdings nichts für schwache Nerven: In ihren Koffern und Taschen finden tote Affen, Reptilien, Ratten und Antilopen den Weg in die Schweiz. Weil das sogenannte Bushmeat nicht immer fachgerecht gelagert wurde, kommt es oft vergammelt hier an und stinkt zum Himmel. «Wer einmal Bushmeat gerochen hat, vergisst es nie mehr», heisst es unter Zöllnern. Fleisch aus dem Ebola-Gebiet Die grössten Mengen dieses Fleisches kommen aus Westafrika. Ausgerechnet aus jenem Teil des Kontinents also, in dem derzeit das tödliche Ebola-Virus wütet, von dem auch Wildtiere befallen sind. Dort gilt Bushmeat als Delikatesse, auf die auch hier lebende Afrikaner nicht verzichten wollen. Trotz Einfuhrverbot hat der Import von Exotenfleisch zugenommen. Laut der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) werden an den Flughäfen Genf und Zürich-Kloten jährlich mehrere Hundert Kilogramm Bushmeat beschlagnahmt. Doch dies ist nur die Spitze des Eisbergs: Gemäss einer Studie der Schweizer Tierschutzorganisation Tengwood gelangen jährlich etwa 40 Tonnen des verbotenen Fleisches in die Schweiz. «Das Fleisch wird von Privatpersonen für den Eigengebrauch importiert», sagt Regula Kennel vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Gefahr für die Gesundheit Nach Einschätzung der Seuchen- sowie der Lebensmittelbehörde der EU ist es möglich, dass das Ebola-Virus via Bushmeat nach Europa gelangt. Eine direkte Übertragung des Virus vom Fleisch auf den Menschen sei jedoch sehr unwahrscheinlich. Diese Haltung teilt man beim BLV. «Gemäss unserem Wissensstand konnte bisher in Europa keine direkte Verbindung zwischen der illegalen Einfuhr von Bushmeat und realen Seuchenausbrüchen beim Menschen hergestellt werden.» Dennoch warnte das BLV Mitte Juli in einer Medienmitteilung vor dem Verzehr von Bushmeat. Dieser stelle eine ernste Gefahr für die Gesundheit dar. «Auf Menschen übertragbare Krankheiten oder Tierseuchen können in die Schweiz eingeschleppt werden.» Darüber, wie lange das Ebola-Virus in rohem oder getrocknetem Fleisch überdauern kann, existieren laut BLV keine Daten. Das Bundesamt für Gesundheit geht dagegen davon aus, dass Ebola-Viren in eingetrocknetem Blut bis zu fünf Tage lang ansteckend bleiben. Kontrollen intensiviert Obwohl die Schweizer Behörden das Risiko einer Verbreitung des Ebola-Virus durch Bushmeat für gering halten, haben sie Vorsichtsmassnahmen ergriffen. So wurden die Kontrollen an den Flughäfen Genf und Zürich-Kloten bereits im April intensiviert. Es gehe dabei nicht darum, möglichst viel zu kontrollieren, sagt EZV-Sprecherin Jasmine Blum. «Wir intervenieren vor allem dort, wo wir aufgrund von Hinweisen die Einfuhr von Bushmeat vermuten.» Dazu arbeiten die Schweizer eng mit ausländischen Behörden zusammen. Unterstützt werden die Zöllner zudem von drei Hunden, die derzeit auf das Aufspüren von geschmuggelten Wildtieren trainiert werden. Ebola-Dossier ebola.bernerzeitung.ch

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