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Geheimniskrämerei um Neubau

Eine Firma aus Liechtenstein baut in Lufingen ein auffälliges Gebäude. Was sich im Inneren des Hochsicherheitslagers befinden wird, ist streng geheim.

Der geheimnisvolle Neubau wirft in Lufingen Fragen auf. An der Zürcherstrasse entsteht ein schwarzes Haus, das an einen Bunker erinnert. Die Aufschrift «RMS Sicherheits-Anstalt» lässt lediglich erahnen, um was es sich handeln könnte. «Wir erhielten bei der Verwaltung bereits Anrufe von besorgten Einwohnern, die fragten, ob das Gebäude etwas mit einem Atommülllager zu tun habe», sagt Lufingens Bausekretärin Regula Baumgartner.Dem sei aber nicht so, beschwichtigt Baumgartner. Laut Ausschreibung handelt es sich bei dem Bauwerk im Gebiet Heerental um ein Hochsicherheitslagergebäude der liechtensteinischen Firma RMS Sicherheits-Anstalt. Das Unternehmen hat sich vollumfänglich auf Sicherheit und Überwachung spezialisiert. Es bietet Personentransporte in gepanzerten Limousinen an und verfügt über gepanzerte Wert- und Geldtransporter. Zudem prüft die Firma Objekte und Anlagen von Kunden auf ihre Sicherheit und checkt die Betriebsbereitschaft von Alarmsystemen.

Keine bewaffneten Wachen

Geschäftsführer ist Horst Marxer. Er hat ursprünglich im Polizeidienst gearbeitet – mehrere Jahre in der Drogenfahndung. Was genau im Lufinger Neubau gelagert wird, könne er aus Sicherheitsgründen nicht verraten.Auch die Gemeindeverwaltung dürfe keine weiteren Auskünfte erteilen, sagt Baumgartner. Bewaffnete Wächter werde man vor dem Gebäude allerdings keine sehen, beruhigt sie. Das Haus werde aber zwei Meter hoch eingezäunt, wie das auch bei Wohnhäusern erlaubt sei. «Stacheldraht oder dergleichen gibt es aber nicht», sagt Baumgartner.

Gewollte Flughafennähe

Dass die RMS in Flughafennähe baut, ist kein Zufall. So ist das Unternehmen laut dem liechtensteinischen «Volksblatt» vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) als «Regulated Agent» zertifiziert. Das bedeutet, die Firma darf am Flughafen Sendungen in Flugzeuge verladen, ohne dass diese die aufwendigen und kostspieligen Sicherheitskontrollen durchlaufen müssen. Die Angestellten des Unternehmens mussten dazu eine Ausbildung absolvieren, die vom Bazl überwacht wurde. Die RMS muss beim Abholen und Verladen der Sendungen zudem einen genau definierten und dokumentierten Prozess einhalten.

Riesige Kunstsammlung

Einen ähnlichen Hochsicherheitslagerraum wie in Lufingen gibt es bereits im Untergrund des Embraports in der Nachbargemeinde Embrach. Auch dort erhält man keine genaueren Angaben zu dem Lager oder dessen Inhalt. Im Internet zeigen Videos auf Youtube aber, wie in den Tresorräumen hinter dicken Stahltüren stapelweise Goldbarren gelagert sein sollen.Laut Medienberichten lagerte einst auch eine berühmt-berüchtigte Kunstsammlung unter dem Embraport. Der deutsche Gustav Rau legte in den Embracher Tresorräumen unbemerkt von der Öffentlichkeit eine Sammlung im Wert von geschätzten 500 Millionen Franken an. 1999 entflammte ein Rechtsstreit um die Vertragsfähigkeit Raus und ein Grossteil seiner Sammlung gelangte danach in unbekannte Hände.

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