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Gejagte Norweger im Revier der Erzrivalen

Im Kampf um die WM-Medaillen führt für Dario Cologna normalerweise kein Weg an den Norwegern Martin Johnsrud Sundby und Petter Northug vorbei.

Vor Weihnachten hatte die norwegische Dominanz im Langlauf-Weltcup unheimliche Ausmasse angenommen. In den bis dahin ausgetragenen zehn Rennen der Männer gingen nicht weniger als 23 von 30 möglichen Podestplätzen an den Norges Skiforbund. Ihre herausragende Stellung untermauerte die Langlauf-Nation Nummer 1 schliesslich an der Tour de Ski, bei welcher Martin Johnsrud Sundby auf souveräne Weise die erfolgreiche Titelverteidigung gelang und bei der sich Petter Northug als Zweiter ins Ziel kämpfte. Am vergangenen Wochenende in Östersund glänzte Finn Haagen Krogh mit zwei Siegen. Johnsrud Sundby, der sich im Skiathlon als Zwölfter direkt vor Dario Cologna klassierte, soll sich allerdings laut Medienberichten derzeit nicht in Topform fühlen und reist deshalb erst später nach Falun an. Northug wurde zwar auch nur 16., doch ob er sich dabei nur für die Titelkämpfe schonte, wird sich weisen.

Nur zu gerne würden die Norweger weiter auf der Erfolgswelle reiten – zumal die WM auf schwedischem Boden stattfindet. Was für Schweizer und Österreicher die Vergleiche auf den Skipisten oder für Deutsche und Engländer die Kräftemessen auf dem Fussballplatz sind, sind für Norwegen und Schweden die Loipenduelle ihrer besten Langläufer. Nie ist ein Triumph schöner und prestigeträchtiger, als wenn er gegen den Erzrivalen errungen werden kann. Für die schwedischen und norwegischen Boulevardblätter bieten die WM-Tage deshalb eine willkommene Gelegenheit, um die sportliche Rivalität (einmal mehr) ausgiebig zu zelebrieren.

Derweil die Konkurrenz – mit Ausnahme der Schwedin Charlotte Kalla – gegen norwegische Langlauf-Festspiele mit Marit Björgen und Therese Johaug bei den Frauen kaum etwas ausrichten kann, präsentiert sich die Ausgangslage bei den Männern offener. Neben Cologna erfreuten sich auch die Russen um den Tour-de-Ski-Dritten Jewgeni Below seit dem Jahreswechsel an aufsteigender Form. Die grössten Hoffnungsträger der WM-Gastgeber heissen Calle Halfvarsson, Marcus Hellner und Johan Olsson. Letzterer blickt wie schon vor Olympia in Sotschi auf schwierige Monate mit Verletzungen und Krankheiten zurück. Ende Januar feierte der 34-Jährige, der im 50-km-Rennen als Titelverteidiger starten wird, an den schwedischen Meisterschaften sein Comeback.

Viele Medaillenanwärter

Der Kreis der Medaillenkandidaten bei den Skispringern ist so gross wie schon lange nicht mehr. Die ersten neun der Weltcupgesamtwertung durften sich über mindestens einen Saisonsieg freuen, am häufigsten – fünfmal – stand Severin Freund zuoberst auf dem Podest. In der Gesamtwertung vor dem Deutschen klassiert sind allerdings Stefan Kraft, der österreichische Gewinner der Vierschanzentournee, und der Leader Peter Prevc. Der Slowene klassierte sich in den letzten 15 Weltcupspringen zwölfmal in den Top 4. Der polnische Doppel olympiasieger Kamil Stoch, der nach einer Knöchelverletzung erst Ende Dezember in den Weltcup einsteigen konnte, nähert sich derweil immer mehr seiner überragenden Form vom Vorjahr.

Bereits zum vierten Mal im WM-Programm figuriert das Skispringen der Frauen. Sara Takanashi will im Val di Fiemme und in Sotschi Verpasstes nachholen und endlich an Titelkämpfen Gold gewinnen. Die Japanerin gilt zusammen mit der Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz, der Leaderin im Gesamtweltcup, als Topfavoritin. Zum zweiten Mal ausgetragen wird der Mixed-Team-Wettkampf, bei dessen WM-Premiere vor zwei Jahren Japan siegte. Beide Springen finden ohne Schweizer Beteiligung statt.

Frenzel erneut Topfavorit

In der Nordischen Kombination gaben im bisherigen Saisonverlauf einmal mehr die Deutschen den Ton an. Nach sieben Siegen steht Eric Frenzel, der Titelverteidiger von der Grossschanze, vor dem dritten Weltcupgesamtsieg in Folge. Alles andere als ein dritter WM-Titel im Einzel käme für den 26-Jährigen einer Enttäuschung gleich. Für Jason Lamy Chappuis, der vor zwei Jahren gleich dreimal WM-Gold ergatterte, verlief die Vorbereitung auf diese Titelkämpfe äusserst unvorteilhaft. Nach einer Mitte Januar in Seefeld (Ö) erlittenen Knochenprellung im Wadenbein absolvierte der Franzose keinen einzigen Wettkampf mehr. si/red

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