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Gemeindeland gibts günstiger

Der Dachsemer Souverän will, dass dem Verein «bi de Lüüt» Gemeindeland für den Bau alters- und behinderungsgerechter Wohnungen günstiger verkauft wird als vom Gemeinderat beantragt.

An die Gemeindeversammlung vom Dienstagabend kamen 93 Stimmberechtigte – sonst sind es um die 40. Besonders der Verkauf von Gemeindeland an den Verein «bi de Lüüt» mobilisierte. Der Gemeinderat wollte ihm das rund 650 Quadratmeter grosse Grundstück in der Kernzone für 565 Franken pro Quadratmeter verkaufen. Das sei zu viel, fand ein Votant und beantragte, nur 450 Franken dafür zu verlangen. Mit 51 Stimmen nahm die Gemeindeversammlung den Antrag an, sodass die Gemeinde Dachsen rund 75?000 Franken weniger einnimmt als erhofft.Auf der etwa sechsmal so grossen Gesamtfläche möchte der Verein «bi de Lüüt» 21 alters- und behinderungsgerechte Wohnungen bauen. Man wolle die Leute im dritten Lebensabschnitt motivieren, in Dachsen zu bleiben, sagte Gemeindepräsident Daniel Meister.

Radikaler Antrag gescheitert

«Es ist super, dass es mehr Alterswohnungen geben soll», sagte der Votant vor der Abstimmung über seinen Antrag. Für Dachsen seien solche Wohnungen ein Mehrwert. «Nicht so gut» fand er hingegen, dass mit dem in seinen Augen zu hohen Quadratmeterpreis Gewinnmaximierung betrieben werde. Zudem befürchtete er bei diesem Preis zu hohe Mietpreise, die auf die Steuerzahler zurückfallen könnten. Die Gemeinde habe den Preis schätzen lassen, und vonseiten des Vereins «bi de Lüüt» habe es keine Einwände gegeben, entgegnete Meister. Ein zweiter Antrag, der dem Verein das Gemeindeland sogar gratis überlassen wollte, hatte hingegen keine Chance. Dieses Land wird heute als öffentlicher Spielplatz genutzt. Eine Mehrheit fand ein dritter Antrag, wonach der vorgesehene Ersatzspielplatz gleich gross sein muss. Das Grundstück dafür stellt die Gemeinde zur Verfügung, die Kosten für den Umzug der Spielplatzgeräte und die Erstellung des neuen Platzes gehen zulasten des Vereins «bi de Lüüt».Ein vierter Antrag wollte, dass nicht nur wie geplant auf dem Grundstück der Gemeinde, sondern auf der rund sechsmal so grossen Gesamtfläche keine Eigentums-, sondern nur Mietwohnungen gebaut werden dürfen. Die Antragstellerin befürchtet Spekulation, da noch nicht klar ist, wer die Geldgeber sein werden. Der Verein «bi de Lüüt» führt zurzeit mit möglichen Investoren Gespräche. Das Ziel sei es nicht, einzelne Wohnungen zu verkaufen, sagte Vorstandsmitglied Ernst Roth. Mit einem Verkaufsverbot schränke man sich aber bei der Finanzierung selber ein. Daniel Meister bezweifelte zudem, dass die Gemeinde über die Gesamtfläche bestimmen kann, die zum grossen Teil privaten Eigentümern gehört. Ein totales Verkaufsverbot fand keine Mehrheit. So dürfen einzig auf den 650 Quadratmetern Gemeindeland keine Eigentumswohnungen entstehen.

3000 Franken mehr pro Jahr

Der Erhöhung der Behördenentschädigung um 3000 Franken pro Jahr und Gemeinderat wurde deutlich zugestimmt. Sogar einstimmig gutgeheissen wurden die Abrechnung der Fassadensanierung des Gemeindehauses sowie das Budget und der Steuerfuss 2014 der Primarschulgemeinde Dachsen.

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