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«Gemeinden müssen es mit Social Media ernst meinen»

Lohnt sich Social Media für die Gemeinden? Ein Social Media-Experte gibt Auskunft.

Bringt den Gemeinden der Einsatz von Social Media einen Nutzen?Clemens Schuster*: Auf jeden Fall. Vorausgesetzt, dass die Gemeinden es ernst meinen, den Dialog anbieten und auch suchen. Und dass sie auf den Plattformen und Kanälen präsent sind, die ihre Community nutzt. Es bringt also wenig, wenn der Social-Media-Verantwortliche ein Twitter-Fan ist, sein Zielpublikum aber vorwiegend auf Facebook aktiv ist.

Was müssen Gemeinden beim Gebrauch von Social Media beachten?

Wichtig ist ein zeitgemässes Verständnis von Social Media: Auf Augenhöhe kommunizieren, ehrlich, transparent und schnell antworten, auch wenn die Fragen vielleicht abends um 22 Uhr kommen. Wie lässt sich nachweisen, ob eine Facebook-Seite auch ankommt?Jede Gemeinde muss für sich konkret definieren, was Erfolg heisst. So wird eine Facebook-Seite sicherlich besser beachtet, wenn die Verwaltung sie etwa im gedruckten Mitteilungsblatt oder auf der Internetseite zum Thema macht, also in die gewohnten Informationskanäle inte­griert. Wichtiger als eine hohe Fan­anzahl sind vor allem Nutzer aus der Gemeinde, die vom Angebot Gebrauch machen.

Was halten Sie von einer Gemeinde-App?

Der Nachteil einer App ist, dass sie für alle Systeme zur Verfügung stehen muss, sowohl für Apple-Geräte als auch Smartphones, die mit Android oder Windows funktionieren. Eine App muss immer wieder ak­tualisiert und angepasst werden, was teuer und aufwendig ist.

Gibt es Vorteile?

Ja, Apps können auch offline genutzt werden. Das ist vor allem beim Betrachten von grösseren Dateien wie Videos, Bildern oder Karten von Vorteil. Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht für mich aber selten auf. Es gibt weit bessere Plattformen, um die lokale Community zu erreichen.

Dafür lassen sich Neuigkeiten rasch via Push-Nachrichten verbreiten.

Wer eine App installiert, muss sich am Anfang entscheiden, ob er Push-Nachrichten erhalten will. Weil sehr viele Apps mit Push arbeiten, besteht die Gefahr, dass viele Nutzer die Funktion ausschalten, sodass die Infos doch nicht ankommen.

Wie viele Ressourcen sind für Facebook und Twitter notwendig?

Das Bewirtschaften einer Facebook-Seite oder das Twittern ist nicht so schwer, vor allem wenn man geübt ist. Die Frage nach den Ressourcen stellt sich also weniger in zusätzlichen Stellenprozenten. Infos, die man ins Internet stellt, auch noch auf Facebook zu veröffentlichen, ist nicht aufwendiger. Es braucht am Anfang etwas mehr Organisation. Dafür erhält die Verwaltung weniger Telefonanrufe.*Clemens Schuster ist Social-Media-Spezialist und Mitinhaber der Agentur Hofrat Suess

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