Zum Hauptinhalt springen

Gemeinsam gegen den Röstigraben

In einem Lager haben Kinder aus der West- und der Deutschschweiz im Austausch ihre Sprachkenntnisse verbessert. Die Idee dazu entstand einst an der Uni Fribourg.

Um ihr Französisch aufzubessern, mussten sechs Kinder aus Winterthur keine weite Reise auf sich nehmen: Im Pfadiheim Schützenweiher fand während der ersten beiden Ferienwochen ein Sprachlager statt. Neben den Winterthurern nahmen auch zwei französischsprachige Kinder daran teil: Yves aus Genf und Alba – aus Lettland. Sie opferten einen Teil ihrer Ferien, um ihre Deutschkenntnisse zu vertiefen. «Am Anfang war ich nicht so motiviert», sagte der dreizehnjährige Yves. «Inzwischen finde ich das Lager aber gut. Mir gefällt, dass wir in kleinen Gruppen lernen.» Durchgeführt wurde das Camp vom Sprachferien-Organisator Frilingue, das von dem Winterthurer Philip Alexander Weber gegründet wurde. Die Idee, ein zweisprachiges Lager anzubieten, kam Weber während seiner Studienzeit in Fribourg. «Mir fiel auf, dass die West- und Deutschschweizer Studenten meist in getrennten Gruppen unterwegs waren, was ich schade fand.» Im Sommer 2007 leitete er das erste Camp mit etwa 30 Teilnehmern in Fribourg. Mittlerweile besuchen etwa 600 Jugendliche jährlich die Lager in Schwarzsee, Cudrefin oder Estavayer. Jeweils am Morgen lernten die Schüler im Pfadiheim Französisch – respektive Deutsch. Am Nachmittag standen Workshops und Ausflüge, etwa ins Technorama, auf dem Programm. «Dabei motiviert die Anwesenheit der französischsprachigen Teilnehmer die Winterthurer, ihre Sprachkenntnisse anzuwenden. Gleichzeitig befinden sich die Besucher in einer deutschsprachigen Umgebung, was sie dazu ermuntert, Deutsch zu sprechen», sagt Weber. So komme es zu einem regen zweisprachigen Austausch zwischen den Schülern. Obwohl im Lager das Lernen im Vordergrund stand, war die Stimmung entspannter als in einer Schulklasse. Die Lehrpersonen, Sergio Corti und Andrea Reveyrand, sind erst Mitte 20 und wollten von den Schülern nicht gesiezt werden. «Das Verhältnis ist eher freundschaftlich», sagt Corti. Das Erlernen der Sprache solle auf eine spielerische Weise erfolgen, die Freude mache. Das Konzept scheint aufzugehen: «Die Kinder bringen sich ein und sind sehr motiviert», stellt Französischlehrerin Reveyrand fest. Stefanie Keller

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch