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Genossenschafts-Bauboom trotz knappem Land

Gemeinnütziges Bauen liegt im Trend – auch dank veränderter Politik. Ein Strohfeuer? Dieser Frage ging eine Tagung der Baugenossenschaften nach.

Zwölf Prozent aller Winterthurer Wohnungen gehören einer Genossenschaft. Ein grosser Teil stammt noch aus den Vierzigerjahren. Nach mageren Jahrzehnten ist das gemeinnützige Bauen wieder im Aufwind. Das merkt auch die Politik: Gleich drei Stadträte reisten am Mittwoch zur Tagung der Wohnbaugenossenschaften im Strickhof an.

Man demons­trierte Harmonie. Zuerst gabs aber Schelte. «In den letzten fünf Jahren wurden in Winterthur über 3000 neue Wohnungen gebaut», rechnete Doris Sutter Gresia, Präsidentin der Dachorganisation Wohnbaugenossenschaften Winterthur, vor. «Nur zwei Prozent davon waren Genossenschaftswohnungen. Die anderen richteten sich vor allem an den oberen Mittelstand oder noch vermögendere Schichten. Das war politisch so gewollt.» Gute Steuerzahler nach Winterthur zu locken, sei tatsächlich ein Pfeiler der städtischen Wohnbaupolitik, bestätigte Stadtpräsident Michael Künzle (CVP). Der andere sei aber eine gute Durchmischung. 2010 habe man zudem die Strategie angepasst und beschlossen, gezielt Grundstücke an Genossenschaften abzugeben.

Fünf solche Entwicklungsgebiete stellte Baustadträtin Pearl Pedergnana (SP) vor: das Maienried, das Tägelmoos, die jüngst abgesegneten Ersatzneubauten im Vogelsang, der Kastellweg, wo Alterswohnungen entstehen, und das Busdepot-Areal. Auf privatem Land entstand das Mehrgenerationenhaus Giesserei in Neuhegi, das auf der Titelfolie von Künzles Powerpoint-Präsentation prangte.

Für die nächsten fünf Jahre sehen die Zahlen gut aus. Doch was kommt danach? «Wir sind erst einmal ausgeschossen mit Grundstücken», sagte Pedergnana. Künzle orakelte: «Der neue Stadtrat wird die Landpolitik überdenken müssen, damit wir hier wieder Spielraum haben.» In der Zwischenzeit versucht die Stadt, in Gestaltungsplänen privater Grossprojekte, etwa Werk 1 der Implenia, Mindestanteile für sozialen Wohnungsbau zu verankern. Dennoch: Genossenschaften, die wachsen wollen, werden dies wohl mittelfristig vor allem über Zukäufe und Ersatzneubauten tun.

Auf reges Interesse stiess die neue, mit 10 Millionen kapitalisierte städtische Wohnbaustiftung. Hier liess sich die Stadt noch nicht in die Karten schauen. «Wir prüfen nach wie vor zwei Wege: eine eigene Rechtsform oder eine Beteiligung an bestehenden In­sti­tu­tio­nen», erklärte Finanzvorsteherin und Initiantin Yvonne Beutler (SP).

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