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Geprägt vom Wandel der Zeit

Der Nissan X-Trail hat sich verändert – und zwar gehörig. Aus dem «offroad­esk» gestalteten Cross­over mit kompakten Abmessungen ist ein grosses, elegantes SUV mit Platz für sieben Personen geworden.

Diese markante Veränderung erfolgte einerseits, weil die Baureihe dem Zeitgeist und der Marktsi­tua­tion angepasst wurde. Andererseits hat es modellpolitische Gründe: Der X-Trail muss die Lücken füllen, die der aus dem europäischen Modellprogramm gestrichene Offroader Pathfinder sowie der nicht mehr erhältliche Siebensitzer Qashqai+2 hinterlassen haben. Dementsprechend wurde auch das Design mutig umgestellt: Der neue X-Trail erinnert nun optisch an den Crossover Qashqai, zum Vorgängermodell sind kaum mehr Ähnlichkeiten erkennbar. Das könnte einige vor den Kopf stossen, vielen wird es indes gefallen – denn er sieht wirklich gut aus, der neue X-Trail, modern und zeitlos, mit stimmigen Proportionen, eleganter Linienführung und prä­gnan­tem Gesicht. Mit einer Länge von 4,64 Metern, einer Breite von 1,82 und einer Höhe von 1,69 Metern ist der dritte X-Trail eine stattliche Erscheinung, aber noch längst kein Riese. Kurios ist, dass er so viel grösser wirkt, obwohl er im Vergleich zum Vorgängermodell nur unwesentlich länger wurde; dafür wuchs er um 3,5 Zentimeter in die Breite. Verglichen mit der ersten Generation ist dann allerdings doch ein beträchtlicher Längenunterschied von fast 20 Zentimetern auszumachen; kein Wunder, die (optionale) dritte Sitzreihe hätte sonst keinen Platz. Apropos Platz: Davon gibt es reichlich im Innern, für die Passagiere, das Gepäck und auch für diverse kleine Gegenstände, die in verschiedenen Ablagen verstaut werden können. Der X-Trail ist damit nun ein kommodes Familienfahrzeug, praktisch und vielseitig – und in der von uns gefahrenen Version Tekna ist er umfangreich ausgestattet. Lob verdient der Innenraum des neuen X-Trail: Man sitzt bequem, thront als Fahrer wie der Kapitän auf der Schiffsbrücke, überblickt ein gefälliges Cockpit mit sauberem Layout, hochwertigen Materialien und vielen Funktionen. Die Verarbeitungsqualität ist, wie von Nissan gewohnt, sehr solide. Wie erwähnt wirkt der neue X-Trail gross, und das nicht nur von aussen: Mit ihm durch ein enges Parkhaus zu rangieren, erfordert Aufmerksamkeit und Fingerspitzengefühl. Zur Not stehen die praktische Rundumkamera und eine Rückfahrkamera plus Abstandsensoren zur Verfügung – damit sollte es jeder schaffen, kratzerfrei zu manövrieren. Moderne Autos müssen eine zeitgemässe Multimediaausrüstung bieten, was die meisten inzwischen auch tun – doch an der Bedienungsphilosophie scheiden sich die Geister. Der eine mag das Herumtippen auf einem Touchscreen, andere wiederum wollen möglichst alles über eine Sprachsteuerung einstellen, Dritte bevorzugen ausschliesslich einen Dreh-/Drückregler, manchen ist ohnehin alles zu kompliziert. Hinzu kommt, dass Japaner grundsätzlich eine andere Herangehensweise pflegen als Amerikaner, und die Europäer sehen alles nochmals völlig anders. Kurz: Ein Bediensystem, das jedem passt, wird es nie geben. Im X-Trail ist ein modernes Infotainmentsystem mit einem Touchscreen und einigen Direktwahltasten verbaut; grundsätzlich eine beliebte Variante. Manche Funktionen sind leider unnötig versteckt. Ein Beispiel: Wir stellten drei Beifahrern die Aufgabe, die Sprachanweisung des Navigationssystems auszuschalten. Nur einer schaffte es – nach ausführlichem Studium der zahlreichen Funktionen und durch systematisches Durchforsten der Untermenüs. Intuitive Bedienung geht anders; der Besitzer wird sich indes daran gewöhnen. Es wird derzeit nur eine Motorisierung angeboten: ein 1,6-Liter-Diesel mit einer Leistung von 130 PS. Immerhin hat der Kunde die Wahl zwischen Front- und Allradantrieb sowie zwischen manuellem und automatischen Sechsganggetriebe. Der Vierzylinder macht im Grossen und Ganzen einen guten Job, auch wenn er kein Sprintwunder ist: 11 Sekunden vergehen gemäss Hersteller für die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100, gefühlt dauert es noch länger. Der Diesel stellt zwar insgesamt ausreichend Kraft und Drehmoment bereit, hängt aber zuweilen etwas gar unwillig am Gas und das manuelle Sechsganggetriebe muss öfters bemüht werden, damit der Motor nicht ins Stottern gerät. Das ist kein Problem, nur Gewöhnungssache. Verbraucht haben wir 6,4 Liter auf 100 Kilometer, allerdings mehrheitlich auf Autobahnen und Überland; der Hersteller nennt 5,3 Liter. Der X-Trail fährt sich, wie man es von einem modernen SUV erwartet: Er gleitet geschmeidig und kommod dahin, liegt in Kurven gut auf der Strasse und überfordert den Fahrer nie. Die Lenkung ist angenehm präzise, ohne scharf zu sein, der Federungskomfort ist zwar nicht herausragend, aber gut genug. Ein Kurvenkünstler ist er nicht, muss er auch nicht sein; dafür kann er abseits von Asphaltstrecken punkten. Freilich, der X-Trail ist kein Offroader, auch wenn es sein Name suggeriert; schweres Gelände meistert er nicht. Doch auf unbefestigten Strassen, auf rutschigem Untergrund, etwa bei Schnee oder Nässe, kann der Nissan dank Allradantrieb optimale Traktion gewährleisten. Über einen Drehschalter wird der Allradantrieb aus- oder permanent zugeschaltet, ein Automatikmodus regelt das bei Bedarf von alleine. Der Nissan X-Trail ist ein gelungenes, preiswertes SUV, das alles liefert, was ein solches Auto bieten muss. Tatsächlich hat Nissan mit Qashqai und Murano schon ähnliche Modelle im Angebot, doch wer Grösse und bis sieben Sitze will, ist mit dem X-Trail gut beraten. Der Preis der von uns gefahrenen Version beginnt bei 44'600 Franken.

Nissan X-Trail 1.6 dCi 4×4 + Harmonisches Design + Praktischer Innenraum + Umfangreiche Ausstattung – Nicht sehr spritziger Motor – Nur eine Motorisierung – Optisch nicht eigenständig

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