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Geri Müllers Kritiker unter Druck

Die Affäre um den Stadtammann von Baden AG nimmt eine neue Wende: Offenbar waren Drittpersonen in die Verbreitung der heiklen Nacktselfies involviert.

Fast stündlich tauchen neue Hinweise und Aufnahmen zu den Vorkommnissen um Geri Müller und seinen nicht jugendfreien Chatverkehr mit einer Berner Gymnasiallehrerin auf. Unter fast beliebig interpretierbaren emotional gefärbten Bruchstücken findet sich nun auch eine Aussage, die ein neues Licht auf die Affäre wirft. So soll ein lokalpolitischer Widersacher des grünen Nationalrats und Stadtammanns von Baden AG ein übles Spiel treiben und zur Verbreitung des heiklen Materials auf dem Handy der Gymnasiallehrerin beigetragen haben. Es geht um Josef Bollag. Als Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Baden hat er Geri Müller wegen dessen Sympathie für Palästinenser wiederholt kritisiert. Unter anderem sind die beiden bei einem Anlass im Wahlkampf zum Badener Stadtammann aneinandergeraten.

Bollag vermittelt Kontakt

CVP-Nationalrat Gerhard Pfister (ZG) sagte gegenüber Blick.ch, dass Bollag einen Kontakt zur Gymnasiallehrerin vermittelt habe. Vordergründig ging es um Stellensuche, doch Bollag habe auch gleich das «besondere Verhältnis» der Frau zu Geri Müller und das «Thema Sexting» erwähnt. Am 22.Mai traf Pfister die Gymnasiallehrerin in Bern zu einer «Art Laufbahnberatung», wie er ausführt. Beim Treffen hatte er aber rasch den Eindruck, das Laufbahngespräch sei nur ein Vorwand, um ihn mit «einer unappetitlichen Geschichte» zu konfrontieren. «Ich hatte das Gefühl, dass sie jemanden sucht, der ihr bestätigt, dass sie damit an die Medien gelangen soll.» Die Frau habe auf ihn einen «sehr ambivalenten, verunsicherten Eindruck» gemacht. Die «Weltwoche» zeichnete von der Gymnasiallehrerin das Bild einer psychisch instabilen Frau, die sich Selbstverletzungen zufügt und Müller unter Druck gesetzt habe. Sie bezieht sich dabei auf Belege aus dem Chatverkehr. Bollag bestritt bisher Gerüchte zu einer Verwicklung. Gestern wollte er keine Stellung beziehen, obwohl er dies zuerst zugesichert hatte. Inzwischen ist er im Gespräch mit einem Anwalt.

Was bleibt, ist ein Nacktselfie

Haben Dritte die Frau instrumentalisiert, um den Palästinenserfreund Geri Müller politisch aus dem Weg zu räumen? Ist die Affäre auch ein Nebenschauplatz des Nahostkonflikts? Schon früher soll die Geschichte der «Weltwoche», dem «SonntagsBlick» und der «SonntagsZeitung» angeboten worden sein. Nach einem Polizeieinsatz in Baden veröffentlichte die «Schweiz am Sonntag» einen Artikel mit der einseitigen Sicht der Gymnasiallehrerin. Der darin nicht wörtlich, aber implizit klar geäusserte Vorwurf des Amtsmissbrauchs gegen Geri Müller ist vom Tisch. Was bleibt, ist vor allem ein Nacktfoto aus dem Stadthaus Baden, das Müller laut «Weltwoche» an einem Sonntag mit dem Handy gemacht und mit einem verfänglichen Kommentar verschickt hat. Hier bleibt umstritten, ob das Privatsache oder mit einem politischen Amt unvereinbar ist.

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