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Gericht bremst Bauamt

Das Verwaltungsgericht hat die Bau- bewilligung für ein umstrittenes Bauprojekt aufgehoben. Damit schiebt das Gericht einem möglichen städtebau­lichen Wandel in Winterthur den Riegel.

An der Weinbergstrasse in Wülf­lingen hätte eine Villa gebaut werden sollen, die zum Präzedenzfall für Projekte in Hanglagen in Winterthur hätte werden können. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich hat die Baubewilligung nun aufgehoben. Zuvor hatte das Baurekursgericht den Entscheid des Winterthurer Bauamts bestätigt und Rekurse gegen die Villa abgelehnt. Das Projekt an der Weinbergstrasse sah vor, die Villa rund 20 Meter quasi in den Hang hineinzubauen: Ist das Haus nach vorne drei Stockwerke hoch, ragt es hinten noch mit einem Stock aus dem Boden. Um das Gebäude auf diese Weise zu bauen, wären grosse Abgrabungen im Erdreich nötig und lange Pfähle, die den Hang hinter dem Haus stabilisieren. Diese Bauweise ist an der Weinbergstrasse nicht üblich. «Fehl am Platz» Ausserdem sollte eine 20 Meter lange und bis zu 5,5 Meter hohe Mauer neben dem Haus gebaut werden. Wegen ihr hebt das Verwaltungsgericht die Baubewilligung auf: «Eine derart hohe Mauer ist in einem Wohnquartier wie dem vorliegenden fehl am Platz.» Dem Bauherrn und seinem Architekten, dem Winterthurer Peter Kunz, steht es frei, den Entscheid an das Bundesgericht weiterzuziehen oder ein überar­bei­te­tes Projekt einzureichen. Das Verwaltungsgericht verlangt dafür jedoch eine Reduktion der Mauerhöhe. Dem «Landboten» schreibt Kunz: «Betreffend Ihre Anfrage zum Bauprojekt in Wülflingen analysieren wir momentan mit der Bauherrschaft den Entscheid des Verwaltungsgerichts und werden dann später über das weitere Vorgehen entscheiden.»«Urteil falsch» Fridolin Störi, Leiter des Bauamts, lässt einen Fragenkatalog des «Landboten» unbeantwortet. Das Verwaltungsgericht hat ein Projekt aufgehalten, das städtebauliche Auswirkungen auf Winterthur haben könnte. Projekte mit grossen Abgrabungen in Hanglage samt aufwendigen Pfahlkonstruktionen hätten darin ein Vorbild. Die Siedlungsstruktur könnte sich deutlich ändern, verglichen mit dem aktuellen Bild. Aus dem Winterthurer Bauamt gibt es keine Antworten auf die schriftlich eingereichten Fragen des «Landboten», ob die Baubewilligung zu leichtfertig erteilt worden sei und ob man Bauten dieses Typs allgemein befürworte. Störi sagt am Telefon: «Ob man das Haus bauen kann oder nicht, wird man sehen. Ich halte das Urteil für falsch.»

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