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Gericht spricht Polizisten trotz tödlicher Schüsse frei

Der Polizist, der vor vier Jahren in einem Autobahntunnel einen Autodieb erschoss, wird nicht bestraft. Das Gericht sprach ihn vom Vorwurf der vorsätzlichen oder fahrlässigen Tötung frei.

Es geschah vor vier Jahren: Die Polizei hatte in der Nacht auf den 18.April 2010 im Autobahntunnel Sévaz eine Strassensperre gegen Autodiebe errichtet. Als ein Lenker mit einem gestohlenen Auto mit 140 Stundenkilometern in den Tunnel raste, entschloss sich ein Polizist zu schiessen. Später sagte er, er habe damit sich und seinen Kollegen schützen wollen. Er zielte auf den Kühlergrill, traf aber den Beifahrer mit dem ersten von sieben Schüssen tödlich.

Autodieb muss ins Gefängnis

Gestern hat das Strafgericht des Broyebezirks im Kanton Freiburg diesen Polizisten freigesprochen. Er habe in Sekundenbruchteilen entscheiden müssen, stellte der vorsitzende Richter bei der Urteilseröffnung fest. «Er hat getan, was ein vernünftiger Mann in dieser aussergewöhnlichen Situation tun kann und muss.» Der Lenker des gestohlenen Wagens wurde gestern zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt. Nach Auffassung des Gerichts machte er sich der Gefährdung des Lebens schuldig, als er mit hohem Tempo in Richtung der Polizeisperre gerast sei. Mit seinen Urteilen folgte das Gericht im Wesentlichen den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Sie hatte wie der Anwalt des Polizisten geltend gemacht, die Schussabgabe sei ein Verteidigungsreflex gewesen. Der Waadtländer Polizist habe aus Notwehr gehandelt, als das Auto noch gut eine Sekunde von ihm entfernt gewesen sei.

«Polizei nicht gefährdet»

Anders sah es der Anwalt der Familie des Opfers. Seiner Ansicht nach gab es für den Polizisten keine unmittelbare Gefahr. Das Auto habe noch die Spur gewechselt, die Polizisten hätten nicht zur Seite springen müssen. Der Opfer-Anwalt hatte wie der Anwalt des Fahrers einen Schuldspruch gegen den Polizisten gefordert. Die beiden jungen Franzosen hatten den Wagen zuvor in Lyss gestohlen.

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