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Gericht verschärft Strafe für dreiste Räuber

Ein Räuberduo hatte 2012 mehrere Volg-Läden in der Region überfallen. Das Bezirksgericht sprach letztes Jahr Haftstrafen, die das Obergericht nun um je ein Jahr erhöht hat.

Mit einer eindrücklichen Raub­serie beschäftigten 2012 die beiden 28-jährigen Täter aus dem Raum Winterthur die Kantonspolizei Zürich. Am 23. August überfielen sie maskiert kurz vor Feierabend die Volg-Filiale in Rickenbach. Die anwesende Verkäuferin bedrohten sie mit einer echt aussehenden Softair-Pistole. Sie erbeuteten 2000 Franken in bar sowie Zigaretten für 88 Franken. Nach dem gleichen Schema folgte kurz dar­auf ein Überfall auf den Volg-Laden in Hagenbuch. Auch hier kamen die Täter mit der Softair-Waffe und einem Butterfly-Messer zum Ziel und erbeuteten 3500 Franken. Bis zum 3. September schlugen sie auch in Ettenhausen sowie Buch am Irchel zu. Die gesamte Beute bezifferte sich auf über 10 000 Franken. «Etwas gar milde» Strafe Die beiden Täter wurden im September 2012 von der Polizei verhaftet und mussten sich zunächst im November 2013 am Bezirksgericht Winterthur verantworten. Dort wurden sie wegen bandenmässigen Raubes zu Freiheitsstrafen von sechs und vier Jahren verurteilt. Für beide Männer ordnete das Bezirksgerichtg, während des Strafvollzugs eine ambulante Therapie an. Der zuständige Staatsanwalt hielt das Winterthurer Urteil damals für «etwas gar mild» und legte Berufung ein. Gestern vor Obergericht forderte er wesentlich höhere Freiheitsstrafen von neun und sieben Jahren. Der Ankläger verwies auf rund zehn zum Teil traumatisierte Opfer. Es habe sich um gut geplante Raubüberfälle gehandelt. Die Verteidiger setzten sich hingegen für eine Reduktion der Haftstrafen ein. Sie hoben die Geständnisse und die Reue ihrer Klienten hervor. Zudem hätten sie bei den Überfällen niemals physische Gewalt eingesetzt. Weiter machten sie vor Obergericht geltend, dass ihre beiden Mandanten vor ihren Überfällen jeweils Alkohol und Kokain konsumiert hatten. Das Obergericht liess jedoch keine eingeschränkte Schuldfähigkeit gelten. Die Überfälle seien gut und planmässig organisiert gewesen. Zugeschlagen haben die Räuber kurz vor Ladenschluss, dann, wenn die Kassen gut gefüllt waren. Zudem stand jeweils ein Fluchtfahrzeug mit gestohlenem Nummernschild bereit. Die beiden Schweizer Täter gaben vor Obergericht denn auch noch weitere «Dummheiten» zu. So schossen sie im August 2012 in Unterohringen mit einer Softair-Pistole aus dem Auto auf mehrere Passanten. Eine Fussgängerin wurde dabei schmerzhaft am Gesäss getroffen. Als einer der Geschädigten das Auto der Angreifer mit einem Stein traf, stiegen die beiden Räuber aus, bedrohten ihn mit Messern und nahmen ihm 60 Franken ab. Einer der beiden Angeklagten hatte zudem im Frühling 2012 an verschiedenen Orten in Winterthur und Umgebung Parkuhren aufgebrochen. Die Beute belief sich auf 7700 Franken, der Sachschaden auf über 150 000. Geständnisse berücksichtigt Das Obergericht erhöhte die Haftstrafen gestern um je ein Jahr auf sieben beziehungsweise fünf Jahre. «Die Täter haben rücksichtslos und gefühlskalt gehandelt», führte der Gerichtsvorsitzende zum Schluss aus. Die Geständnisse der Angeklagten trugen dazu bei, dass das Obergericht nicht ganz den Forderungen der Staatsanwaltschaft folgte.

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