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Geschäftsmässig an die WM

FEUSISBERG. Gegen Slowenien geht es für die Schweizer Fussballer morgen in Bern um letzte Siegprämien, aber auch um einen Platz im Topf der Gesetzten für die WM-Auslosung.

Die Freude – oder eher: die Genugtuung – war gross, als die Schweizer Fussballer am vergangenen Freitag in Tirana den letzten Schritt an die WM in Brasilien gingen. Aber natürlich, Euphorie sieht anders aus – so wie an diesem Abend in Belgien, dessen «rote Teufel» sich erstmals seit 2002 wieder qualifizierten. Oder wie hierzulande vor acht Jahren, als die Schweizer von der – man kanns ausnahmsweise nicht anders sagen – «Schlacht in Istanbul» heimkehrten und von Tausenden auf dem Klotener Flughafen begeistert empfangen wurden. Als sie am Samstag aus Tirana kamen, war der Empfang sehr freundlich, aber es war kein grosser Bahnhof.

Von 14 auf 7?

Es ging in diesen Tagen der Sicherung des WM-Platzes, des dritten in Folge, also eher geschäftsmässig zu. Das ist auch ein Kompliment für den Schweizer Fussball. Ein noch grösseres – und geradezu einmaliges – wäre, wenn die Schweiz am 6. Dezember an der Auslosung der WM-Gruppen in den Topf der als Gruppenköpfe Gesetzten käme – mit Brasilien, Spanien, Argentinien, Deutschland, Belgien und zwei andern Teams.

Zwar ist die Schweiz zurzeit «nur» die Nummer 14. Aber mit einem Sieg gegen die Slowenen würde sie die direkt vor ihr klassierten US-Amerikaner, Griechen, Portugiesen, Kroaten und Holländer überholen – auch wenn die ihr letztes Qualifikationsspiel gewinnen. Dazu auch, was allerdings unerheblich wäre, Gastgeber Brasilien. Dann wären sie Achter und müssten noch einen Rang gewinnen. Das wäre möglich auf Kosten Italiens, Kolumbiens oder Uruguays. Wenn eines dieser drei Länder nicht gewinnt, fällt es hinter die Schweiz zurück. Italien spielt daheim gegen Armenien, Kolumbien in Paraguay und Uruguay daheim gegen Argentinien. Siebter der Weltrangliste war die Schweiz ja auch schon, im Herbst 1994, in den Anfangsphasen dieses Rankings.

Noch zwei für Topprämie

Worum es morgen auch noch geht: die Prämien von 12 000 Franken für einen Sieg und 5000 für ein Unentschieden, dazu um die letzte Tranche von 13 500 pro gespielten Qualifikationsmatch. Vier Mann haben bisher alle neun Spiele mitgemacht, zwei von ihnen fallen morgen aus: Steve von Bergen ist gesperrt, Xherdan Shaqiri reiste mit seiner leichten Oberschenkelverletzung gestern aus dem Camp ab und wird sich bei Bayern München pflegen lassen. Bleiben Ricardo Rodriguez und Valon Behrami, die es mit einem Start und einem Sieg auf insgesamt 234 000 Franken an Prämien bringen würden. 255 000 wären das Maximum gewesen, bei zehn Siegen und (logischer) Qualifikation.

Für von Bergen kehrt Johan Djourou ins Team zurück – erstmals an die Seite Fabian Schärs. Shaqiri dürfte durch Tranquillo Barnetta vertreten werden, der ja noch im Herbst 2012 zu den Stützen gehörte und mittlerweile auch einen Verein gefunden hat, in dem er regelmässig spielt. Ottmar Hitzfeld hat allerdings bereits angekündigt, dass es dar­über hinaus noch «ein, zwei Wechsel gibt».

Keine Änderung gibt es dagegen in der «causa» Vertragsverlängerung mit dem Coach. Nationalmannschafts-Chef Peter Stadelmann hätte mit Hitzfeld gerne schon an diesem Wochenende einen Verhandlungstermin festgelegt. Der Coach aber bleibt dabei, erst nach dem letzten Spiel dazu bereit zu sein. Für Stadelmann und den Verbandspräsidenten Peter Gilliéron ist klar, dass mit dem in dieser Ausscheidung wieder souveränen Welttrainer ein neuer Vertrag abgeschlossen werden sollte. Es gibt auch keinen logischen Grund, dagegen zu sein – wenn denn Hitzfeld die Sache mit seinen bald 65 Jahren auch so sieht.

Definitiv ist dafür, wohin die nächste Reise der «Nati» führt: Mitte November nach Seoul, wo sie am 15. gegen Südkorea spielt. Gegen eine asiatische Mannschaft trat die Schweiz zuletzt in der Vorbereitung auf die Heim-EM an, im September 2007 verlor sie in Klagenfurt gegen Japan 3:4.

Die Slowenen haben für den November andere Pläne: Sie wollen dannzumal die Barrage spielen. Dafür müssen sie morgen in Bern mehr Punkte holen als die Isländer in Oslo. (hjs)

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