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Geständnisse

Die Flucht nach vorne ist die beste Rettung – das habe ich vom Wirbel um Geri Müller gelernt. Um also zu verhindern, dass Sie, liebe Leserinnen und Leser, in einer anderen Zeitung die ganze schmutzige Wahrheit über mich lesen, will ich sie hier gleich selber beichten: Ja, ich gestehe, dass ich bei mir zuhause am Morgen oft füdliblutt vom Badezimmer zum Kleiderschrank im Schlafzimmer hinüber latsche. Ob es davon Handyfotos gibt, kann ich nicht mit absoluter Sicherheit ausschliessen, aber ich bezweifle es stark. Ich muss auch gestehen, dass ich mir schon einmal im Büro während der Arbeitszeit die Fingernägel geschnitten habe. Und ich muss leider zugeben, dass ich dazu eine Schere benutzte, die gar nicht meine eigene war, sondern zum Büroinventar gehörte. Auch ist es leider wahr, dass ich mal, als grad niemand hinschaute, während dem Kochen eine halbe Packung Salami aus dem Kühlschrank stibitzt und gefuttert und dann am Esstisch trotzdem so getan habe, als sei mein Magen noch ganz leer. Ich habe leider auch schon mal zwei Guetzli, die mir runtergefallen waren, wieder aufgehoben und auf den Teller gelegt und dem Besuch, der bei uns zum Kafi sass, nichts davon gesagt. Ich bleibe manchmal länger auf dem WC sitzen, als ich müsste, weil ich grad ein Heftli am lesen bin. Wenn mich niemand sieht, kaue ich meistens nicht lang genug, sondern schlinge und ich nehme einen viel zu grossen Löffel beim Corn-Flakes-Essen. Ich bohre mehrmals am Tag in der Nase und kratze mich zuweilen am Hintern – sogar während der Arbeitszeit. Ich habe Haare auf dem Rücken. Und wenn Sie, liebe Leserin und lieber Leser, jetzt fragen: «Warum erzählt der mir das? Das interessiert mich doch alles einen feuchten Käse!» Dann muss ich Ihnen antworten: Sie haben recht! Und dasselbe, finde ich, sollte man doch auch sagen, wenn ein Badener Stadtamman seiner Bekannten Nacktbilder von sich verschickt. Wer möchte das denn wissen? Seien wir doch einfach froh, dass er die Bilder nicht an uns geschickt hat.

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