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«Gestresste» Torhüter

Nichts ist mehr mit der stoischen Ruhe und Abgeklärtheit, welche früher für die NLA- Schlussmänner beinahe schon sprichwörtlich waren.

Die Kloten Flyers und die ZSC Lions brachten die Abfolge der Sendung «Sportpanorama» extrem durcheinander. Geplant war gestern ein Liveauftritt von Flyers-Goalie Martin Gerber. Die Schiedsrichter diskutierten viel zu viel, und dann ging der Match auch noch ins Penaltyschiessen. Im Spiel hatte Gerber mit seinen Paraden überzeugt, nach dem Spiel legte er einen beeindruckenden Wechselsprint hin: aus der Uniform, unter die Dusche, rein in den feinen Anzug und ab ins Auto Richtung Fernsehstudio. Diese Art «Stress» lässt sich – zumal nach einem Sieg – ertragen. Aber die Torhüter sind in dieser Saison auch durch andere Dinge extrem gestresst. Gerber selber hat schon eine Matchstrafe kassiert, gestern kamen zehn Minuten wegen Reklamierens hinzu. Berufskollege Tobias Stephan ist bereits nach sieben Saisonspielen für einen Match gesperrt. Denn der Genfer Schlussmann, der am Samstag vor einer Woche (zusammen mit Gerber) eine Spieldauerstrafe kassiert hat, wurde am Samstag in Fribourg zum zweiten Mal mit einer solchen Strafe belegt. Er hatte nach dem Siegestreffer Fribourgs die Contenance verloren und seinen Stock Richtung gegnerischen Spieler geschleudert.

Auch David Aebischer, der Schlussmann von Rapperswil, bear­bei­te­te mit seinem Stock in dieser Saison schon Teile des Eisfelds, an denen er sich sonst nichts zu schaffen hat. In Zug musste bereits nach fünf Partien ein erster Torhüter abreisen.

Die Schlussmänner sind auch durch die interne Konkurrenz gestresst. Daniel Manzato in Lugano war plötzlich nicht mehr die Nummer 1, nachdem der HCL vier Partien in Folge verloren hatte. Ersetzt wurde er nicht durch Michael Flückiger, sondern durch einen 19-jährigen Letten mit Schweizer Lizenz namens Elvis Merzlikins (der Nachname dürfte noch das eine oder andere Mal falsch geschrieben werden). Merzlikins hielt die Tessiner in Lausanne im Spiel und führte sie im Penaltyschiessen zum Sieg. Sein Ge­gen­über Cristobal Huet ist mehr als doppelt so alt.

Bei Martin Gerber wird sich der Stress auf den schnellen Transfer ins Fernsehstudio beschränken. Er liefert keinen Grund, um einem 19-Jährigen eine Einsatzchance zu geben. Zudem wäre sein Ersatzmann Jonas Müller mit seinen 29 Jahren eigentlich auch schon ein Routinier. (jch)

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