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Giacomettis Abschiedsgeschenk

Winterthur. Am Sonntag erspielten sich die NLB-Basketballer aus Winterthur den Ligaerhalt. Auch dank einem hervorragend aufgelegten Tobias Giacometti. Nun will der 25-Jährige kürzertreten.

«Ich wäre gerne eine grössere Hilfe gewesen.» Als Centerspieler Tobias Giacometti das vor einer Woche sagte, ging er davon aus, sein Team würde in die Playouts fallen. Dass die Winterthurer Basketballer, vor einem Jahr aufgestiegen, um die weitere Zugehörigkeit zur NLB würden zittern müssen. Dann gelang am Sonntag der Exploit: Mit einem 82:76 gegen Swiss Central Basket im letzten Spiel hievte sich die Equipe noch vom elften auf den zehnten Platz. Und damit zum direkten Ligaerhalt. Dank fantastischen 23 Punkten von Giacometti.

«Ja», lacht der 2,02-Meter-Mann, «es gingen ziemlich viele Würfe rein.» Dazu habe auch die Gefährlichkeit des neuen Distanzwerfers Tadej Horvat beigetragen. Er habe «die ganze Zone auseinandergezogen, das hat es für uns Innenspieler einfacher gemacht». Das Spiel gegen Swiss Central Basket sei «eines unserer besten gewesen, vielleicht nicht defensiv, aber offensiv». Viele hätten wohl nicht gedacht, dass ein Sieg gegen Central möglich sei, sagt Giacometti. Die Innerschweizer gewannen zuvor zehn von zwölf Rückrundenspielen.

«Ein paar Dinge sortieren»

So ist die Saison plötzlich zu Ende. Und Tobias Giacometti will kürzertreten. Er müsse «ein paar Dinge sortieren», sagt der Informatiker, der in Zürich wohnt und beruflich als Webentwickler bei der «Finanz und Wirtschaft» tätig ist. Dazu fehlte ihm, der sich als «zielorientierten Menschen» beschreibt, zuletzt die Zeit. «Zusammen mit einem Auswärtsspiel war eine halbe Arbeitswoche für Basketball reserviert», sagt Giacometti. Aber, sagt er: «Ich glaube, ich werde Basketball vermissen.» Vielleicht, so Giacometti, könne er ja aushandeln, weiterhin einmal die Woche mit dem Team zu trainieren.

Basketball war Giacometti immer wichtig. So sehr, dass er nach der Lehre in einen 5000-Seelen-Flecken bei Salt Lake City, Utah, USA, übersiedelte, um dort am College zu studieren. Und vor allem Basketball zu spielen («Ich war nie sehr schulbegeistert»). Aber aus den vier ­geplanten Jahren College-Basketball wurde eines. Der zurückhaltende, bedachte junge Schweizer merkte bei 20 Trainingseinheiten in der Woche, «dass ich das nicht den Rest meines Lebens machen will». Zudem warf ihn eine Verletzung am linken Handgelenk aus der Rotation. «Also bin ich zurückgekehrt – verheiratet.»

Tobias Giacometti spielte fortan mit Wetzikon 1. Liga Regional – und nach einem achtmonatigen Aufenthalt in London gar nicht mehr. Doch im November 2011 meldete er sich in Winterthur. Dort spielte schon der frühere Teamkollege Rimba Anfarsyah. «Wo Rimba ist, ist es gut», schmunzelt Giacometti. Nach Winterthur zu gehen, war die richtige Wahl: «Hier gibt es ein Teamherz», sagt Giacometti. Es sei aber schwierig gewesen, wieder ins Basketball zu finden. «Damals habe ich mir gesagt, dass ich nie mehr zwei Jahre sportlich nichts mache.» So lange dauerte die Basketballpause.

Nächstes Jahr liegt etwas drin

Mit Winterthur stieg Tobias Giacometti 2013 in die Nationalliga B auf. «Ich glaube, ich habe einen Leistungssprung gemacht», blickt der Spieler auf die Saison zurück. Im Sommer habe er an seinen Schwächen gearbeitet: am Ballhandling, an gewissen Würfen aus der Mitteldistanz und an der Kraft. «Mein Ziel war es, ein Leader zu sein.» Tatsächlich avancierte Tobias Giacometti zum Top­sko­rer. Doch in den vergangenen Wochen schwankten seine Performances stark. Manchmal hätte man es kaum bemerkt, hätte er bloss die Bank gedrückt.

Doch zuletzt war wieder alles toll. «Der Sieg gegen Swiss Central Basket hat gezeigt, was für uns nächste Saison drinliegt», jubelt Giacometti. Für uns? Waren die 23 Punkte des 25-Jährigen in seinem letzten Spiel doch kein Abschiedsgeschenk? Vorerst einmal trete er kürzer, ja, erklärt Giacometti. Und sagt dann, er sei «recht spontan, was meine Pause angeht». Der Erfolg von Sonntag habe «gluschtig» gemacht. «Wer weiss, vielleicht bin ich im Oktober schon wieder dabei.»

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