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Giesserei muss neue Wege gehen

Bei den einen werden neue Arbeitszeitmodelle diskutiert, ­andere reagieren gelassen: drei Beispiele, wie sich der starke Franken auf Unternehmen in der Region auswirkt.

«Unsere Auslegeordnung nach dem SNB-Entscheid war nicht sehr vielversprechend», sagt der Geschäftsführer der Giesserei Wolfensberger in Bauma, Markus Schmidhauser. Man habe die Wettbewerbsfähigkeit auf einen Schlag verloren. 220 Mitarbeiter sind hier beschäftigt, der Exportanteil beträgt 50 Prozent. Jetzt schnürt die Unternehmensleitung Massnahmenpakete: Lohnerhöhungen hat sie zu grossen Teilen zurückgezogen, Verhandlungen mit Lieferanten nimmt sie neu auf. Jede Ausgabe wird hinterfragt. Doch der grösste Kostenpunkt ist das Personal: «Wir sehen uns gezwungen, auch weitreichendere Überlegungen zu machen. Beispielsweise eine Erhöhung der Arbeitszeiten, wie es bereits andere Unternehmen eingeführt haben», sagt Schmidhauser. Zahlen kann er keine nennen. Kurzarbeit sei indes kein Thema: «Es mangelt uns ja nicht an Bestellungseingängen. Wir verdienen aber weniger daran.» Profitieren kann die in Winterthur ansässige Volg Konsumwaren AG: In den Volg-Filialen sollen insbesondere die Preise für importierte Früchte und Gemüse fallen, teilweise ist das bereits passiert: Ein Kopfsalat kostet rund ein Viertel weniger. Kunden sollen profitieren «Wenn wir Waren aus dem EU-Raum günstiger einkaufen können, geben wir sie selbstverständlich günstiger an unsere Kunden weiter», sagt Sprecherin Tamara Scheibli. Das betrifft aber nur einzelne Segmente; rund 70 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Volg mit Schweizer Produkten. Der Einkaufstourismus macht bisher nicht zu schaffen. Laut Scheibli sind kaum Umsatzunterschiede zwischen grenznah gelegenen Volg-Läden und solchen in anderen Regionen spürbar. «Dies liegt daran, dass das Volg-Sortiment ganz klar auf den täglichen Bedarf ausgerichtet ist. Beim Einkauf von Lebensmitteln für den täglichen Bedarf spielt die Nähe eine fast so grosse Rolle wie der Preis.» Burckhardt Compression exportiert 99 Prozent seiner Kompressoren ins Ausland. CEO Marcel Pawlicek warnt weiterhin vor Unüberlegtheit: «Auf unsere Ausrichtung und Strategie wird der SNB-Entscheid jedenfalls keinen Einfluss nehmen.» Zwar fertigt Burckhardt Compression zu 75 Prozent in Winterthur. Pawlicek verweist aber auf Material und Zubehör der Kompressoranlage: Diese werden im EU- oder im US-Dollar-Raum eingekauft und sind jetzt entsprechend günstiger. Kurzarbeit ist nicht angezeigt. «Unsere Werkstätten sind gut ausgelastet und der Bestellungseingang ist weiterhin gut.» Eine kurzfristige Herausforderung sind die Offerten in Schweizer Franken, die das Unternehmen vor der Aufhebung des Euromindestkurses ausgestellt hatte: «Diese Preise können wir nur begrenzt im Nachhinein anpassen.» Das Unternehmen sei auch nach dem SNB-Entscheid konkurrenzfähig geblieben, obwohl es rund ein Viertel der Einkünfte in Euro erziele. Indem dieses Geld wieder im Euroraum ausgegeben werde, sei es natürlich abgesichert, so Pawlicek. jig

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