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Glasklares Ja zum Glasfasernetz

Winterthur hat die 67-Millionen-Franken-Vorlage für den Bau eines flächendeckenden Glasfasernetzes gestern wuchtig angenommen. Die Zustimmung war mit 80-Prozent-Ja-Anteil sogar deutlich grösser als in Zürich.

Als eine der letzten grossen Schweizer Städte hat Winterthur gestern grünes Licht für den Bau eines Glasfasernetzes zusammen mit der Swisscom gegeben. Einzig in Lausanne steht die entsprechende Abstimmung noch bevor – dort im Lokalparlament. Alle anderen Schweizer Städte jenseits der 100 000 Einwohner haben sich mit dem Telekommunikationsriesen geeinigt und bauen in den nächsten Jahren fleissig an ihrer Datenautobahn – also auch Winterthur. Der für die Abstimmung verantwortliche Stadtrat Matthias Gfeller (Grüne) nannte das Resultat gestern ein Zeichen dafür, dass die Solidarität in der Stadt intakt sei. Er meinte damit die Tatsache, dass die Zustimmung in allen Stadtkreisen praktisch gleich hoch ausfiel. Insbesondere sagten auch Seen und Mattenbach Ja zur 67-Millionen-Kredit-Vorlage, obwohl die Swisscom in diesen beiden Stadtkreisen bereits auf eigene In­itia­ti­ve mit dem Bau eines Glasfasernetzes begonnen hatte. Weil die Stadt nun die genannten Millionen zuzahlt, werden bis 2017 rund 95 Prozent der städtischen Haushalte und Betriebe an die schnelle Datenautobahn angeschlossen – auch jene, die aufgrund ihrer Lage lange auf die Swisscom hätten warten können. Das war es, was Gfeller mit «Solidarität» meinte. Am geringsten war der Ja-Stimmen-Anteil mit 78,1 Prozent in Seen, am höchsten fiel er mit 83,2 Prozent im Kreis Altstadt aus. Gesamthaft resultierte eine Zustimmung von 80,4 Prozent. Die Winterthurer sagten damit noch einmal deutlicher Ja als vor rund zwei Monaten die Zürcher. Diese hatten eine ähnliche Vorlage – allerdings über 400 Millionen Franken – mit 64 Prozent Ja-Stimmen verabschiedet. Gfeller wollte diese Tatsache gestern nicht damit begründet wissen, er habe mit der Swisscom ein besseres Verhandlungsresultat erzielt als Zürich. Das könne man erst später, im Rückblick, beurteilen. Vielmehr sei die breite politische Unterstützung der Grund für das gute Abschneiden. Im Gegensatz zu Zürich wurde die Kreditvorlage im Winterthurer Parlament auch von der SVP teilweise unterstützt. Eine Rolle dürfte ferner die Cablecom gespielt haben, die in Winterthur auf eine Kam­pa­gne gegen das Projekt verzichtete, das den Konkurrenten Swisscom voranbringt. Ein Jahr, drei Vertrauensbeweise Es war die dritte Abstimmung im laufenden Jahr, mit welcher die Bevölkerung Gfeller und Stadtwerk das Vertrauen aussprach. 2012 wurden bereits zwei Rahmenkredite – einer für Investitionen in erneuerbare Ener­gie­n, einer für solche in das Ener­gie­contracting – gutgeheissen. «Alle drei Entscheide ermöglichen es Stadtwerk, unabhängiger zu agieren», freute sich Gfeller. Das sei insofern von Bedeutung, als Stadtwerk als städtische Verwaltungsabteilung weniger Handlungsspielräume habe als Werke, die in Aktiengesellschaften umgewandelt wurden. Will meinen: Grosskredite sorgen im Winterthurer Modell für die nötige Autonomie.

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