Zum Hauptinhalt springen

Gratis einkaufen dank Big Data

Unser Redaktor Helmut Dworschak muss beim Einkaufen mit dem Self-Scanner regelmässig zur Stichprobe antreten. Zu regelmässig.

«Beim nächsten Einkauf werde ich also wieder pro forma ein paar günstige Artikel – eine Zwiebel, ein Bund Bananen – scannen und auch bezahlen, damit niemand Verdacht schöpft.» (Symbolbild)
«Beim nächsten Einkauf werde ich also wieder pro forma ein paar günstige Artikel – eine Zwiebel, ein Bund Bananen – scannen und auch bezahlen, damit niemand Verdacht schöpft.» (Symbolbild)
Keystone

Ich habe herausgefunden, wie ich einkaufen kann, ohne zu bezahlen. Nicht jedesmal, aber jedes zweite Mal. Denn jedes andere Mal muss ich mit meiner Einkaufstasche – in der dann nur gewissenhaft eingescannte Artikel liegen – zur Stichprobe. Den Grund dafür kenne ich nicht und will ich auch gar nicht kennen. Anwendungsorientierten Lesern muss ich daher sagen, dass ich leider kein Rezept zu bieten habe. Die Freiheit, auch die des Konsums, hat ihre Grenzen. Es handelt sich folglich bei der Methode, die ich jetzt schon seit zwei Monaten mit Erfolg anwende, um eine sehr individuelle. Man kann sie sich nicht aussuchen, vielmehr wird man ausgesucht. Das System hat mich ausgesucht. Anfangs waren mir die Kontrollen peinlich. Inzwischen sehe ich natürlich die Vorteile. Der Kontakt mit dem Personal ist intensiver, gleichsam persönlicher. Denn bei der Stichprobe – bei jedem zweiten Einkauf – ergibt sich stets ein kleiner Schwatz mit der Aufpasserin, die am Ausgang des Self-Scanning-Parcours immer bereit steht. Es ist nicht immer dieselbe, aber alle kennen mich und freuen sich, wenn ich komme, weil die Stichprobe ihrer Arbeit einen Sinn gibt, selbst wenn sie nie etwas zu beanstanden haben. So sehen sie es; dass die Kontrollen in Wirklichkeit sinnlos sind, behalte ich für mich.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.