Zum Hauptinhalt springen

Grosse Beute und kleiner Schaden

Ein Einbrecher aus Albanien ging in Winterthur, St. Gallen und Genf auf Diebestour. Das Obergericht korrigiert das Urteil gegen ihn leicht nach unten.

Die Serie des 35-jährigen Mannes aus Albanien nahm ihren Anfang im Inneren Lind. Am 11. Juni 2011 stieg er mit Hilfe eines Gartenstuhls zu einer Hochparterrewohnung hoch und bohrte ein Fenster auf. Der Einbrecher räumte innert kurzer Zeit ab, was er vorfand. Er machte Beute in Form von Schmuck, Münzen und Armbanduhren im Wert von über 11 500 Franken. «Ich wollte nur meine finanziellen Schulden tilgen», gab der Mann gestern vor dem Zürcher Obergericht als Tatmotiv an. Jedes Mal, wenn ihm das Geld ausgegangen sei, habe er wieder Einbrüche verübt. Gemäss der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur schlug der gelernte Mechaniker monatlich zu und suchte sich vorwiegend Privatwohnungen als Zielobjekte aus. Wobei er laut seinem Verteidiger nur in verlassene Wohnungen einstieg und – falls doch jemand zu Hause war – jeglicher Konfrontation aus dem Weg ging. So zum Beispiel am 17. Juni 2011, als er an der Schaffhauserstrasse beim Eindringen in eine Parterrewohnung von einer Person bemerkt wurde und den Tatort sogleich fluchtartig verliess. Sportlich und ohne Höhenangst Die Professionalität des Täters wurde durch das Verhältnis zwischen der gesamten Beute und dem angerichteten Sachschaden offensichtlich. Der hohen Deliktssumme von insgesamt über 107 000 Franken standen lediglich 3000 Franken Sachschaden gegenüber. Der Grund dafür lag im Vorgehen des offenbar schwindelfreien Diebes: Er kletterte teilweise über die Fassaden hoch und verschaffte sich mit einem Bohrer Zugang zu den Wohnungen. Weil der Dieb seine Taten zugab, lag rechtlich ein einfacher Fall vor. Er gestand schon im Juni vor Bezirksgericht Winterthur, wo er wegen gewerbsmässigen Diebstahls und weiterer Delikte eine unbedingte Haftstrafe von 30 Monaten kassierte. Der Verteidiger hatte sich für eine mildere Strafe von 16 Monaten eingesetzt, und er ging danach in Berufung. Vor Obergericht argumentierte er, der Wert der Beute habe bloss 35 000 Franken betragen. Zudem wolle sein Mandant nur noch nach Hause, wo seine Tochter im Sterben liege. Das Plädoyer des Verteidigers blieb nicht wirkungslos. Die Oberrichter stuften das Winterthurer Urteil als zu hart ein und senkten die Strafe um 3 auf 27 Monate Gefängnis unbedingt. Weil der Mann schon seit 13 Monaten hinter Gittern ist, darf er in fünf Monaten mit seiner Entlassung rechnen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch